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Buß- und Bettag

Theologe Henz: Buße ist Einladung zu neuen Wegen

Zum Buß- und Bettag hat der Theologische Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen, Albert Henz, zu Toleranz und Neuorientierung aufgerufen.

Fromme Selbstsicherheit, die andere abwerte, habe es zu allen Zeiten und oft mit blutigen Folgen gegeben, sagte Henz am Mittwoch in einem Gottesdienst in Bielefeld. Worte, die andere herabwürdigen, gebe es heute in Fake News, im Internet, in rechter Propaganda oder in Haltungen, die von konservativen Frommen unterstützt würden. Solche Haltungen habe Jesus zurechtgewiesen.

Henz verwies auf den Reformator Martin Luther (1483-1546), der vor 500 Jahren wegen käuflicher Bußleistungen seinen Streit mit der damaligen Kirche aufgenommen habe. Luther sei klar geworden, dass es bei Buße nicht um Sühne gehe, schon gar nicht um Sühne durch Geld.

Buße sei vielmehr die Einladung, Jesus zu vertrauen und sich auf seinen Weg zu begeben, sagte Henz in dem Gottesdienst in der Zionskirche in Bielefeld-Bethel, an dem auch die Mitglieder der westfälischen Landessynode teilnahmen. Das bedeute oft, bisherige Wege zu verlassen und alte Erkenntnisse aufzugeben: »Buße wendet dann den Schritt, hält an, erkennt und geht den neuen Weg.«

Am Buß- und Bettag stehen in der evangelischen Kirche Besinnung, kritische Lebensbilanz und Neuorientierung im Mittelpunkt. Der Feiertag dient zudem dem Nachdenken über Themen wie Ausländerfeindlichkeit, Umweltzerstörung und Ausgrenzung von Armen und Obdachlosen. Im Jahr 1532 im mittelalterlichen Straßburg offiziell eingeführt, wurde der rein protestantische Buß- und Bettag 1995 zur Finanzierung der Pflegeversicherung in allen Bundesländern außer Sachsen ersatzlos gestrichen. Begangen wird der Gedenktag immer am ersten Mittwoch nach dem Volkstrauertag. (epd)

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