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Präses Kurschus verteidigt staatliche Zuschüsse für Kirchentage

"Sichtbare Freiräume des Glaubens und Denkens"

BIELEFELD/FRANKFURT A.M. (epd).  - Die Präses der westfälischen Kirche, Annette Kurschus, hat die staatlichen Zuschüsse für kirchliche Großveranstaltungen verteidigt. Kirchentage seien »sichtbare Freiräume des Glaubens und Denkens, des Zweifelns, Streitens und Hoffens«, schreibt die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen im Monatsmagazin »chrismon«. Sie sei dankbar, dass Politik und Öffentlichkeit, Stadtverwaltung und Steuerzahler dies erkannt hätten.

In Dortmund gibt es derzeit Diskussionen über den Zuschuss für den Deutschen Evangelischen Kirchentag 2019. Bei der Stadtratsitzung im Juni war das Thema vertagt worden, da SPD und Grünen noch offene Fragen zu den Finanzen hatten. Am Donnerstag steht der Kirchentag wieder auf der Tagesordnung des Stadtrates. Dann soll entschieden werden, ob die Stadt die Großveranstaltung mit 2,7 Millionen Euro unterstützt. Der Kirchentag 2019 kostet nach Angaben der Stadt Dortmund rund 18 Millionen Euro.

Kurschus sagte, der Kirchentag sei »als urdemokratische, unabhängige Initiative nach dem Versagen von Glaube und Kirchenoffiziellen im ›Dritten Reich‹« gegründet worden. Sie verwies auf die Bedeutung vergangener Kirchentage, etwa für die Aussöhnung und den Frieden mit Deutschlands östlichen Nachbarn sowie die Diskussionen über Bioethik, Theologie und das Freihandelsabkommen TTIP. Kirchentage wollten »Kirche und Welt zusammen und in Spannung halten, kritisch und selbstkritisch«.

Zuletzt hatte es auch über die Finanzierung des Katholikentages 2018 in Münster Auseinandersetzungen gegeben. Das Kommunalparlament lehnte einen direkten finanziellen Zuschuss für das katholische Laientreffen ab und will die Veranstaltung stattdessen durch die kostenlose Nutzung von Veranstaltungsräumen und Nahverkehrs-Leistungen unterstützen.

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