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auf einen Blick
Evangelische Pop-Akademie geht 2016 in Westfalen an den Start

»Qualitätsoffensive in kirchlicher Popularmusik«

Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) will die Qualität von Pop, Rock, Jazz und Gospel in der Kirche verbessern. Dazu wird die Evangelische Pop-Akademie ins Leben gerufen, die 2016 ihren Betrieb aufnimmt.

Das neue Angebot umfasst einerseits den Studiengang Kirchliche Popularmusik an der Hochschule für Kirchenmusik der EKvW, andererseits ein großes Tableau von Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für Musikerinnen und Musiker im Neben- oder Ehrenamt. In diesem Bereich ist die Creative Kirche Witten federführend.

Präses Annette Kurschus erinnerte daran, dass Lieder von Anfang an, seit Martin Luther, zur evangelischen Kirche gehören. Der musikalische Stil sei dabei nicht festgelegt „Unsere evangelische Kirche ist musikalisch mehrsprachig“, sagte die leitende Theologin der EKvW am Donnerstag (24.9.) in Bielefeld vor Journalisten. Keine musikalische Richtung sei besser als die andere. „Es kommt aber auf die Qualität an – gleich in welchem Stil.“

Deshalb bedürfe es „bestens ausgebildeter Kräfte, die sich in ihren jeweiligen musikalischen Welten gegenseitig befähigen und Brücken bauen auf dem Weg zum gemeinsamen Ziel, Gott im Lied zu loben und sich musikalisch mit dem Glauben auseinanderzusetzen“, ergänzte Landeskirchenrat Dr. Vicco von Bülow, Kirchenmusik-Dezernent der EKvW.

Erstmals in Europa: Hochschulstudiengang für kirchliche Popularmusik

Um das zu gewährleisten, startet nun erstmals in Europa ein Bachelor-Studiengang für kirchliche Popularmusik. An der Hochschule für Kirchenmusik der EKvW kann man ab September 2016 zunächst mit dem Ziel Bachelor (BA) Kirchliche Popularmusik studieren (acht Semester), später wird auch ein Master- (MA) Studiengang angeboten. „Die Ausbildung zeichnet sich durch Kompetenz und Vielfalt aus“, so Hartmut Naumann, der als Dozent und Prorektor der Hochschule dafür verantwortlich sein wird.

Sie umfasst außer Gesang, Instrumentalspiel und Chorleitung auch Songwriting, Arrangement und Bandleitung, popmusikalische Gestaltung unterschiedlichster Gottesdienste mit Band, Chor oder in anderen Besetzungen, Konzertmanagement und vieles mehr. „Die ohnehin schon guten Berufsaussichten werden zurzeit immer besser“, ist Naumann überzeugt. Als Dozent an der Kirchenmusikhochschule konnte auch der Komponist und Popmusiker Dieter Falk gewonnen werden. Die Förderung der kirchlichen Popularmusik durch ein Studienangebot sei für ihn „ein Herzensanliegen seit 35 Berufsjahren“, sagte er.

Freude ist die gesündeste Form der Infektion

„Mit meinem Engagement möchte ich dazu beitragen, dass die Vision der singenden und musizierenden Gemeinde mehr und mehr Realität wird und Menschen ansteckt mit der gesündesten Form der Infektion: Freude!“, so Martin Bartelworth, Geschäftsführer der Creativen Kirche und des Aus-, Fort- und Weiterbildungsbereichs der Evangelischen Popakademie.

Im Blick sind zum Beispiel Erzieherinnen, Gemeindepädagogen, Jugendmitarbeiter oder Ehrenamtliche, die in der Kirche Musik machen. Das Programm „Singender Kindergarten“ zielt darauf, dass in jedem der 900 evangelischen Kindergärten Westfalens professionell musik- und religionspädagogisch gearbeitet wird. Dazu dient die Ausbildung zur „Gemeindemusikerzieherin“.

Der Zertifikatskurs „Gemeindemusikpädagogik“ soll Gemeindepädagogen befähigen, attraktive Sing- und Musikangebote für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene zu machen. Ein Lehrplan dafür wurde bereits in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Fachhochschule Bochum entwickelt. Weil über 90 Prozent der Kirchenmusik durch Ehren- oder Nebenamtliche geschieht, stehen dieser Personengruppe verschiedene Kurse offen, etwa, Tanz, Gesang, Musiktheorie oder Bandleitung. (Pressemitteilung 87/2015)

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