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Griechisch-orthodoxer Metropolit Augoustinos wird 80 Jahre alt

Präses würdigt ökumenische Verbundenheit

Die evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen haben dem griechisch-orthodoxen Metropoliten Augoustinos zu dessen 80. Geburtstag für seine ökumenische Verbundenheit gedankt.

Präses Annette Kurschus stellte Augoustinos' Offenheit in der ökumenischen Zusammenarbeit heraus. Ihm sei zu verdanken, »dass das Interesse an der orthodoxen Glaubenstradition und an der Begegnung mit den Kirchen des Ostens in unserer Kirche immer mehr gewachsen ist«, erklärte die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen, die auch stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende ist.

Die Stimme der Orthodoxie sei im vergangenen Jubiläumsjahr der Reformation ebenso mit großem Respekt wahrgenommen worden. »Möge Gottes Segen Sie in Ihrem neuen Lebensjahr begleiten, Ihnen Kraft und Gesundheit schenken für Ihren bischöflichen Dienst und Ihr Bemühen um die Einheit der Kirchen«, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Glückwunsch.

Auch der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, würdigte in einem am Mittwoch in Düsseldorf veröffentlichten Glückwunschschreiben Augoustinos' »außerordentliche Treue unserer Kirche gegenüber« und seine theologische Verlässlichkeit. Er wünsche dem griechisch-orthodoxen Metropoliten, dass er an seinem Geburtstag Zeit finde, innezuhalten und Gott zu danken.

Der griechisch-orthodoxe Metropolit Augoustinos ist am Mittwoch (7. Februar) 80 Jahre alt geworden. Er ist das geistliche Oberhaupt von rund 500.000 griechisch-orthodoxen Christen in Deutschland. Zudem leitet er die deutsche Orthodoxe Bischofskonferenz. Die vor einem halben Jahrhundert entstandene griechisch-orthodoxe Metropolie mit Sitz in Bonn ist die drittgrößte christliche Kirche in Deutschland. Ihr gehören nach eigenen Angaben bundesweit 56 Kirchengemeinden an.

Der Metropolit erreichte die Anerkennung der griechisch-orthodoxen Kirche als Körperschaft des öffentlichen Rechts und die Zugehörigkeit zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen. Zudem engagierte sich der Geistliche für die Errichtung zweisprachiger Schulen für griechische Kinder. Augoustinos hatte maßgeblich Anteil an der Gründung des Instituts für Orthodoxe Theologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Einführung des Lehr- und Forschungsgebiets Orthodoxe Theologie an der Universität Münster.

Augoustinos Labardakis wurde am 7. Februar 1938 auf Kreta geboren. Er studierte Theologie in der Orthodoxen Theologischen Akademie auf Chalki bei Istanbul und anschließend in Salzburg, Münster und Berlin. Als Priester in West-Berlin betreute er auch die orthodoxen Christen im Ostteil der damals geteilten Stadt. 1972 wurde er als erster griechisch-orthodoxer Bischof in Deutschland geweiht. Seit 1980 steht er an der Spitze der Metropolie, die dem Patriarchat von Konstantinopel nachgeordnet ist. (epd)

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