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Westfalische Landeskirche: Diskussion über das Pfarramt in der kirchlichen Dienstgemeinschaft

Pfarrer – ein schöner und schwerer Beruf

Nur wenige Berufe verbinden Freiheit und Verantwortung in solchem Maße wie der Pfarrberuf. In der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) ist eine breite Diskussion im Gange über das Pfarramt im Verhältnis zu den anderen kirchlichen Berufen und zum Ehrenamt.

Je klarer die verschiedenen Rollen und Aufgaben sind, desto besser gelingt kirchliche Arbeit. Auf dieser Grundlage hat sich die Synode als höchstes Leitungsgremium der EKvW am Montagabend mit dem Pfarramt beschäftigt.

»Nach wie vor kann ich mir keinen schöneren und schwereren Beruf vorstellen«, ist Präses Annette Kurschus überzeugt. Die leitende Theologin der EKvW hatte auf der Synode vor einem Jahr den Anstoß zu dem Diskussionsprozess gegeben.

Predigt, Gottesdienst mit Taufe und Abendmahl, Seelsorge, Bildung – etwa Konfirmandenunterricht – und Leitung sind Kernaufgaben eines Pfarrers, einer Pfarrerin. Aber welche Schwerpunkte sind zu setzen, wie sind die Gewichte zu verteilen? Wie arbeiten die Theologinnen und Theologen zusammen mit Gemeindepädagogen, Kirchenmusikern und den ehrenamtlichen Gemeindeleitungen (Presbyterien)? Wie lässt sich die Balance zwischen »immer im Dienst« und dem berechtigten, ja notwendigen Anspruch auf Freizeit und Privatleben finden?

Der Prozess vollzieht sich auf drei Ebenen: Auf insgesamt elf Großveranstaltungen in ganz Westfalen wird die gesamte Pfarrerschaft einbezogen. Die erste fand am 26. Oktober für den Raum Bielefeld/Gütersloh/Halle/Paderborn in Rietberg statt. Außerdem sorgt eine Begleitung durch Hochschullehrer dafür, dass die Expertise wissenschaftlicher Theologie zur Klärung offener Fragen zur Verfügung steht. Schließlich beschäftigen sich Arbeitsgruppen mit Themen wie einer gezielten Fort- und Weiterbildung, organisatorischen Fragen wie Vertretungsregelungen und Arbeitszeitmodelle oder dem Verhältnis zum Ehrenamt. Die Ergebnisse werden der Landessynode 2017 vorgelegt.

In der EKvW sind insgesamt rund 1.700 Pfarrerinnen und Pfarrer beschäftigt, davon arbeiten etwa 1.200 in Kirchengemeinden. (Pressemitteilung Synode aktuell Nr. 2/2016)

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