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Internationaler Orgelwettbewerb Herford vergibt Preise an drei junge Organistinnen

Orgelwerke von Zoltán und Zsolt Gárdonyi

11 junge Organistinnen und Organisten aus acht Nationen waren zum Internationalen Orgelwettbewerb nach Herford  gekommen und demonstrierten auf eindrucksvolle Weise, was auf dem technisch aufwändigsten aller klassischen Instrumente möglich ist.

An den Nachmittagen des 5. und 6. Oktober fand die 1. und 2. Wettbewerbsrunde des Internationalen Orgelwettbewerbs Herford 2016 statt, ausgerichtet von der Hochschule für Kirchenmusik der Ev. Kirche von Westfalen und organisiert von Dorothee Niehaus (Herford).

18 junge Organistinnen und Organisten als aller Welt hatten sich zu diesem Wettbewerb gemeldet; 11 davon aus acht Nationen wurden nach einer Vorauswahl auf der Grundlage von CD-Aufnahmen zu den beiden Finalrunden in die Aula der Hochschule für Kirchenmusik in Herford eingeladen. Sie demonstrierten, was auf diesem technisch aufwändigsten aller klassischen Instrumente möglich ist, sowohl im Hinblick auf die Virtuosität als auch auf die musikalische Gestaltung.

Schwerpunkt: Zoltán und Zsolt Gárdonyi

Der Schwerpunkt des Internationalen Orgelwettbewerbs in Herford 2016 lag auf dem Schaffen der Komponisten Zoltán und Zsolt Gárdonyi. Das Jahr 2016 verbindet beider Biografie durch runde Zahlen: Zoltán Gárdonyi, geboren 1906 in Budapest, verstarb 1986 in Herford. Sein Sohn Zsolt wurde 1946 geboren und begeht dieses Jahr seinen 70. Geburtstag.

Die Verbindung der Familie Gárdonyi zu Herford begann mit der Freundschaft zwischen Zsolt Gárdonyi und Uwe-Karsten Groß, dem einstigen Rektor der Herforder Hochschule. Der an der Würzburger Musikhochschule als Professor für Tonsatz lehrende Zsolt Gárdonyi schrieb bereits seit 1981 mehrere Orgelwerke für Groß, und eine dieser Kompositionen, die Meditation über den Luther-Choral Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort, wurde 1990 in Herford von Uwe-Karsten Groß in Anwesenheit des Komponisten uraufgeführt. Sie erklang beim Wettbewerb mehrfach. Umgekehrt widmete Prof. Groß, Leiter des Herforder Instituts von 1976 bis 1994, eine große Zahl seiner Orgelsolokonzerte dem Schaffen der beiden Gárdonyis und verband dadurch die Herforder Hochschule mit deren Namen.

Da die Eltern von Zsolt Gárdonyi seit 1980 in Bad Salzuflen lebten, entstand sehr bald auch die Bekanntschaft zwischen Prof. Dr. Zoltán Gárdonyi und Uwe Karsten-Groß; Zsolt Gárdonyi blieb durch seine Meisterkurse und Konzerte im Herforder Orgelsommer als auch abseits der Konzertreihe später mit den beiden Groß-Nachfolgern im Rektoramt, Rolf Schönstedt und Helmut Fleinghaus, in Verbindung. Jurymitglied Münsterkantor und -organist Stefan Kagl lässt Gárdonyis Musik, wie z. B. das bekannte und beliebte Orgelstück Mozart Changes, aber auch kleinere Chorwerke ebenfalls gern in Konzerten und Gottesdiensten erklingen.

Angesichts dieser Verbindungen zur Stadt Herford, war es für den Komponisten Zsolt Gárdonyi naheliegend, anlässlich des 30. Todestages seines Vaters 2016 einen internationalen Orgelwettbewerb für Herford vorzuschlagen. Da das Jahr 2016 zugleich mit dem 70. Geburtstag des Würzburger Komponisten Prof. Dr. Zsolt Gárdonyi zusammenfällt, enthält das Wettbewerbsrepertoire in Herford die wichtigsten Orgelwerke von Vater und Sohn Gárdonyi.

Die Vorspielrunden der Wettbewerbsteilnehmerinnen und -teilnehmer an der Orgel in der Aula der Hochschule Herford waren öffentlich. Die Jury bestand aus Prof. Dr. Helmut Fleinghaus (dem Rektor der Hochschule und Vorsitzenden der Jury), Prof. Bernhard Haas (München), Münsterorganist Stefan Kagl (Herford), Prof. Michael Kapsner (Weimar) und Prof. Dr. Martin Sander (Detmold/Basel).

Der erste Preis in Höhe von 5.000 € ging an Eszter Szedmák (Ungarn) und der zweite in Höhe von 4.000 € an Franziska Classen (Deutschland). Der dritte Preis wurde wegen Punktegleichstands zweimal vergeben: Anastasia Kovbyk (Russland) und Monika Ruth Vida (Ungarn) erhielten je 3.000 €. Weitere Finalistinnen waren Min Ah Koo (Südkorea) und Julia Lehner (Österreich).

Die Preisträgerinnen wurden im Rahmen eines Empfangs an der Hochschule für Kirchenmusik in Herford am Abend des letzten Wettbewerbstags, am 06. 10., in Anwesenheit des Landrats des Kreises Herford, Jürgen Müller, des Bürgermeisters der Stadt Herford, Tim Kähler, und des Dezernenten der EKvW für Kirchenmusik, Landeskirchenrat Dr. Vicco von Bülow, bekannt gegeben.

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