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auf einen Blick
Westfälisches »Kirchenparlament«: Diskussionsprozess über das Pfarramt wird weitergeführt

Ökumenische Verbundenheit und evangelische Klarheit

»500 Jahre nach der Reformation gilt beides: ökumenische Verbundenheit und zugleich evangelische Klarheit«, sagte Präses Annette Kurschus am Donnerstag (17.11.) nach der westfälischen Synode in Bielefeld. »Vieles verbindet uns – was uns trennt, verschweigen wir nicht«, so die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW).

Sie kündigte an, dass am Pfingstmontag (5. Juni 2017) auf dem Domplatz in Münster ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert wird. Kurschus: »Wir sind in diesem Jubiläumsjahr 2017 gemeinsam mit der katholischen Kirche unterwegs. Gleichzeitig zeigen wir deutlich unser eigenes Profil, hier etwa durch eine evangelische Predigt im Zentrum des katholischen Bistums Münster.«

Dass die westfälische Landeskirche im Jahr des 500-jährigen Reformationsjubiläums das Pfarramt besonders in den Blick nimmt, entspricht für Präses Annette Kurschus dem Wesen der Reformation, die sie als dynamischen Prozess beschrieb: »Wir sagen: Die Kirche muss beständig reformiert werden.« Vor einem Jahr hatte die Präses einen Diskussionsprozess über das Pfarramt angestoßen. Er ist inzwischen in vollem Gang, und die Synode, das »Kirchenparlament«, als oberstes Leitungsgremium hat jetzt die Kirchenleitung bestärkt, diesen Weg weiterzugehen.

Gerade bei Menschen, die der Kirche nicht eng verbunden sind, würden Pfarrerinnen und Pfarrer eine Schlüsselrolle spielen. »Distanzierte Kirchenmitglieder nehmen die Kirche hauptsächlich über die öffentliche Rolle des Pfarrers oder der Pfarrerin wahr«, so die Präses: »Wir wollen, dass sie in ihrem Dienst gestärkt werden. Und weil dieser Dienst nur möglich ist im Konzert mit Kirchenmusikern, Gemeindepädagoginnen, Küstern, Erzieherinnen und anderen Hauptamtlichen sowie den vielen Ehrenamtlichen, sind diese in dem Diskussionsprozess von Anfang an mit im Blick.« Es geht neben einer neuen Vergewisserung über die pastoralen Kernaufgaben um viele konkrete Einzelfragen, um Fort- und Weiterbildung, um Dienstanweisungen, um Vertretungsregelungen und Arbeitszeitmodelle.
Die Ergebnisse werden der Synode in einem Jahr vorgelegt.

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