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Kirchen in Dortmund: Eindeutiges ›Nein‹ zur Sonntagsöffnung / Gemeinsamer Brief an die Stadt

Menschen brauchen den Rhythmus von Arbeit und Freizeit

Mit einem gemeinsamen Brief haben sich die Katholische Stadtkirche und der Evangelische Kirchenkreis Dortmund an Oberbürgermeister Ullrich Sierau gewandt. Darin machen sie einmütig ihre Ablehnung der Sonntagsöffnung von Einzelhandelsgeschäften deutlich und knüpfen an die Überlegungen an, die sie den Vertretern von Politik und Wirtschaft schon anlässlich des diesjährigen Reinoldustages nahegelegt hatten.

»Der arbeitsfreie Sonntag ist nicht nur ein religiöses, sondern auch ein kulturelles Gut«, heißt es in dem Schreiben, das von Superintendent Ulf Schlüter und Propst Andreas Coersmeier unterzeichnet ist. »Zu einem gesunden Leben brauchen die Menschen den Rhythmus von Arbeit und Freizeit.«

In ihrem Brief, den sie auch an die Mitglieder des Rats der Stadt Dortmund übersandten, bitten die beiden Dortmunder Kirchen, beim Beschluss über mögliche Sonntagsöffnungen in diesem Jahr einen engen Maßstab zugrunde zu legen. Dabei beziehen sie sich auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, das die Kriterien für die Zulassung verkaufsoffener Sonntage stark begrenzt. Insbesondere fordern die Kirchen das Ordnungsamt der Stadt auf, intensiv auf die Einhaltung der daraus resultierenden neuen Regeln zu achten.

Anlass des aktuellen Briefs beider Kirchen ist die Ratssitzung am Donnerstag, 16. Februar, in der der Rat der Stadt über die anstehenden verkaufsoffenen Sonntage für das Jahr 2017 abstimmen wird.

Superintendent Schlüter und Propst Coersmeier kündigten an, gemeinsam mit den Gewerkschaften erneut der ›Allianz für den Sonntagsschutz‹ Gehör zu verschaffen. Zugleich suche man das Gespräch über das Thema mit Vertretern des Handels.

An Sonntagen sollten grundsätzlich nur diejenigen arbeiten müssen, deren Dienste für die Gesellschaft unverzichtbar seien, so die Vertreter der Dortmunder Kirchen. Der Einzelhandel zähle nicht dazu. Denn die Menschen brauchten einen Wochenrhythmus, »der ein Leben in sozialen Beziehungen ermöglicht und nicht alles dem Geldverdienen unterordnet.«

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