Unsere archivierten Nachrichten
auf einen Blick
Ein Erfolg: Erstes Frauenmahl in Sendenhorst

Mahl, Musik und weibliche Zukunftsbilder

SENDENHORST - Volles Haus zur Premiere: Am vergangenen Wochenende ist in Sendenhorst zum ersten Mal ein Frauenmahl über die Bühne gegangen. 140 Frauen hatten sich eines der begehrten Tickets ergattert. Ausverkauft, sehr zur Freude von Pfarrerin Ute Böning und Martina Bäcker, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Sendenhorst, die das Frauenmahl organisiert hatten.

Zum Thema »Wie wollen wir leben? – Bilder von unserer Zukunft« hielten fünf prominente Rednerinnen aus Kirche, Politik und Gesellschaft eine Tischrede. Zwischendurch gab es Musik und gutes, regionales Essen.

Los ging es mit Svenja Schulze, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen. »Die Zukunft in Wissenschaft und Forschung muss weiblicher werden«, forderte sie. Ziel sei es, mehr Frauen für technische Fächer zu gewinnen und sie mit Hilfe der Quotenregelung der Hochschulen in NRW zu fördern sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. »Wir brauchen qualifizierte Frauen! Sowohl aus Akademikerfamilien als auch ohne studierte Eltern«, so ihr Statement.

Dr. Barbara Rüschoff-Thale, Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, stellte den Zuhörerinnen die Bedeutung von Kultur für die eigene Identität vor Augen. Kultur solle für die Menschen sein. Sie sei ein Mittel gegen Ausgrenzung und müsse selbstverständlich in unserem Alltag dazugehören. 90 Millionen Euro umfasse der Kulturetat des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Das seien aber nur 3 Prozent des Gesamtetats, der 3 Milliarden Euro umfasse. In einer Welt der Zukunft solle Kultur selbstverständlich sein und Menschen über kulturelle Grenzen hinweg verbinden, so ihr Fazit.

Unternehmerin Magdalena Münstermann stellte das so genannte Telgter Modell vor. Dieses steht für eine aktive Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft vor Ort. Münstermann plädierte in ihrer Rede für einen »Haltungswechsel« in Unternehmen. Eine offene, ehrliche Kommunikation, flexible Arbeitszeiten, die auf die individuellen Lebenssituationen der Mitarbeitenden angepasst sind, Gesundheitsmanagement sowie gute Betreuungsangebote würden Zutrauen, Vertrauen und hohe Motivation unter den Mitarbeitenden schaffen. Die Wirtschaft müsse den Mensch in den Mittelpunkt stellen und sich an seine Bedürfnisse und Lebenskontexte anpassen, nicht umgekehrt. Denn: Prävention sei immer besser als Nachsorge.

Meike Friedrich, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Münster, plädierte für ein zukünftiges Leben in mehr gemeinsamer Achtung für sich, die Nächsten und für Gott. Das impliziere auch ein reflektiertes Konsumverhalten zum Wohle aller, das auf faire, ökologische und regionale Produkte setze, anstatt auf Billig-Angebote. Weniger Egoismus, stattdessen mehr Barmherzigkeit, Empathie und einen würdevolleren Umgang mit Mensch, Tier und der Schöpfung Gottes, so lautete ihr Votum.

Sr. Klarissa Watermann, Dominikanerin OP von Bethanien, warb für einen neues Wirtschaftsmodell. Einer Oxfamstudie zufolge besitze im Jahr 2016 ein Prozent der Weltbevölkerung mehr als der Rest der Welt. In ihrem Bild der Zukunft regiert ein anderer Wachstumsbegriff. Dieser ließe sich daran messen, ob das Geld den Armen zu Gute käme. »Wir sind gewachsen, wenn die Armut abnimmt«, so ihre These.

Zurück