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auf einen Blick
Ausstellung über Luther von 1917 bis heute im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur

Luthers Rolle in der DDR

Die Haltung des SED-Regimes in der DDR zu Martin Luther war zwiespältig. Das religionsfeindliche Regime stand dem Theologen Luther zunächst ablehnend gegenüber, zumal er soziale Bewegungen wie die aufständischen Bauern nicht unterstützt hatte - im Gegenteil.  Eine Sonderausstellung im Kloster Dalheim widmet sich der Figur Martin Luther in der jüngeren Geschichte.

Erst die Jubiläen 1967 und 1983 markierten den Wendepunkt der staatlichen Lutherrezeption in der DDR: Luther und die Reformation spielten nun für das SED-Regime und seine Geschichtsschreibung eine zentrale Rolle. Die SED hebt das fortschrittliche Erbe Luthers hervor. Reformation und Bauernkrieg wurden zur Revolution erklärt, Martin Luther zum Revolutionär. Die größtenteils in der DDR gelegenen Lutherstätten wurden zu den Jubiläen renoviert, zogen zahlreiche Touristen an und brachten Devisen ins Land. Im Rahmen des Lutherjubiläums 1983 in der DDR schaffen mehr als 50 Künstler über 150 Kunstwerke. Neben Uwe Pfeifers monumentalem Gemälde »Tischgespräch mit Luther« zeigt die Sonderausstellung »Luther. 1917 bis heute« im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur, Stiftung Kloster Dalheim (Kreis Paderborn) unter anderem die Grafikmappe »Luther in unserer Zeit« mit Pfeifers Grafik »Luther mit Fernseher«.

Start zum Jubiläumsjahr

Zum Auftakt des 500. Reformationsgedenkens widmet sich die Stiftung Kloster Dalheim mit der Sonderausstellung vom 31. Oktober 2016 bis 12. November 2017 der Figur Martin Luther in der jüngeren Geschichte und zeigt, was den Reformator bis heute zu einer Schicksalsfigur der Deutschen macht. Auf rund 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche führt die Schau in dem ehemaligen Augustiner-Chorherrenstift Dalheim durch 100 Jahre deutsche Geschichte. Beginnend mit der 400-Jahrfeier der Reformation im Kriegsjahr 1917 über die Zeit des Nationalsozialismus und das geteilte Deutschland bis in die Gegenwart dokumentieren rund 300 Exponate einen steten Wandel des Lutherbildes als Spiegel seiner Zeit. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck.

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