Unsere archivierten Nachrichten
auf einen Blick
12. Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes

»Liberated by God’s grace – befreit durch Gottes Gnade«

Rund 90% der Bevölkerung Namibias bekennen sich zum Christentum, davon sind 50 % Lutheraner – damit gibt es in Namibia prozentual die meisten lutherischen Christinnen und Christen weltweit. Umso passender, dass sich vom 10. bis 16. Mai in der namibischen Hauptstadt Windhoek an die 300 Delegierte aus den Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes (LWB) zu ihrer 12. Vollversammlung trafen.

Auf dem Programm standen eine Resolution zum Genozid an den Nama und Herero sowie ein Reformationsgedenken und Wahlen. Neben den Delegierten aus den Mitgliedskirchen waren viele weitere Beraterinnen, Berater und Gäste geladen – darunter eine Delegation der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) und der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) mit Moderator Willem Simarmata, Vize- Moderatorin Rosmalia Barus, Vice Moderator Bischof Abednego Kemshomshahara, Annette Muhr-Nelson (Leiterin des Amt für MÖWe, EKvW), Annette Salomo Ariane Stedtfeld, Anja Neuhaus und Ute Hedrich. Gastgeberin der 12. Vollversammlung war die gemeinsame lutherische Kirchenleitung (UCC-NELC)) der drei lutherischen Kirchen Namibias.

500 Jahre Reformation haben Kirche weltweit verändert

Um die 10.000 Männer, Frauen und Kinder aus ganz Namibia kamen am Sonntag (14. Mai) im Sam Nujoma Stadion zusammen, um des 500. Reformationsjubiläums zu gedenken und gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Es sei tatsächlich ein »weltweites Gedenken der 500 Jahre Reformation, denn im Lutherischen Weltbund sind alle sechs Kontinente repräsentiert.«, stellte VEM-Moderator Willem Simarmata fest.

In seinem Grußwort zu Beginn sagte LWB-Präsident Bischof Munib Younan: »Wir erfahren eine spirituelle und theologische Herausforderung«, das Treffen in Namibia sei ein Zeichen, dass Reformation weiter gehe und ein »global citizen« sei.

Resolution zum Genozid

Ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung war die Frage des Genozids in Namibia. Martin Junge, Generalsekretär des LWB, betonte, wie froh er sei, dass die EKD den Schritt zu einer öffentlichen Entschuldigung getan hat.

Am Abend des 10. Mai hatte der Präsident der Republik von Namibia, Dr. Hage G. Geingob zum Empfang geladen. »Ich bin ein Lutheraner« – so begann Präsident Geingob sein Statement. Unter anderen betonte auch er, wie wichtig es ist, die Vergangenheit anzuerkennen, um dann um Vergebung zu bitten und zu benennen, was war. Er ist froh, über den begonnenen Prozess zwischen Deutschland und Namibia, den Genozid zu benennen.

Am 15. Mai wurde die Resolution zum Genozid an den Nama und Herero verabschiedet. Kern der öffentlichen Erklärung zur Versöhnung im Zusammenhang mit dem Völkermord in Namibia ist der Aufruf, die begonnenen Versöhnungsprozesse fortzusetzen.
Der Wortlaut der Erklärung ist unter www.lutheranworld.org abrufbar.

Die Evangelische Kirche von Westfalen und die übrigen evangelischen Landeskirchen sind über den Studienprozess an der Aufarbeitung dieser Frage beteiligt und erfreut darüber, dass der LWB sich deren Anliegen zu Eigen gemacht hat. Dem vorausgegangen ist ein Schuldbekenntnis der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Neuer LWB-Präsident

Zum neuen Präsidenten des Lutherischen Weltbundes ist am 12. Mai Erzbischof Filibus Musa aus Nigeria gewählt worden. Er ist Nachfolger von Bischof Munib Younan und wird in den nächsten sechs Jahren den größten konfessionellen Weltbund mit 145 Kirchen leiten. Gewählt wurde ebenso ein neuer Rat.

Die Vollversammlung ist das höchste Entscheidungsorgan des LWB und findet im Normalfall alle sechs Jahre statt.






Zurück