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auf einen Blick
Jugend-Bildungsarbeit in Nordwalde wird durch ein neues Betreibermodell in Richtung eines inklusiven Bildungshotels weiterentwickelt

»Leuchtturm« kann weiter leuchten

Für die Evangelische Jugendbildungsstätte in Nordwalde gibt es eine Zukunft. Das teilte am Donnerstag der Vorstand des »Vereins für Evangelische Jugendpflege e.V.« in Nordwalde mit. Die 1962 eröffnete Einrichtung im Evangelischen Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken gilt als »Leuchtturm« für evangelisches, inklusives Bildungshandeln in Westfalen.

Vor dem Hintergrund mittelfristig abnehmender Finanzkraft hatten der Trägerverein und der Evangelische Kirchenkreis in den zurückliegenden zweieinhalb Jahren die Fortführung des Bildungshauses in evangelischer Trägerschaft kritisch diskutiert. Ein neues Betreibermodell eröffnet jetzt die Möglichkeit zur Weiterentwicklung der »Jubi« zu einem evangelischen Bildungshaus für alle mit Anteilen eines Inklusionshotels.

»In den vergangenen zwei Jahren haben wir für die pädagogische Arbeit in unserer Jubi, für die Gastfreundschaft und das evangelische Profil viel Lob und Anerkennung von unseren Gästen und Partnern erhalten«, blickt Superintendent Joachim Anicker zurück. Für die Mitarbeitenden des Bildungshauses sei die Diskussion um die Zukunft der Jubi allerdings eine wirkliche Belastungsprobe gewesen, so der Vorstandsvorsitzende des Vereins für evangelische Jugendpflege, Träger der Einrichtung an der Bispingallee. »Dieser Diskussionsprozess hat sich letztlich aber gelohnt«, meint auch Bernd Hillebrand, Geschäftsführer der Jubi.

Weiterhin in evangelischer Trägerschaft

So steht die traditionsreiche Bildungseinrichtung mit ihren derzeit rund 30 Mitarbeitenden vor der Weiterentwicklung zu einer inklusiven Bildungsstätte mit professionellem Hotelmanagement weiterhin in evangelischer Trägerschaft. Hierfür konnte der Evangelische Kirchenkreis die Firmen Agere Beratung aus Erkrath sowie die Kirchner Unternehmensgruppe aus Telgte gewinnen. Gemeinsam unterstützen die Unternehmen aus der Hotellerie- und Immobilienbranche die Leitung des Hauses in wirtschaftlichen Fragen. Das Bildungshandeln verantwortet weiterhin der Trägerverein, ein Zusammenschluss des Evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken und seiner 20 Kirchengemeinden.

»Nach eingehender Prüfung können wir attestieren, dass die Evangelische Jugendbildungsstätte in Nordwalde ein tolles Bildungsangebot unterbreitet und bei Gästen, Partnern und Kunden ein hohes Ansehen genießt«, fasst Agere-Geschäftsführer Martin Rahmann seine Eindrücke zusammen. Auch Unternehmer Michael Kirchner freut sich auf das Engagement und die Zusammenarbeit in Nordwalde: »Wir sind uns sicher, dass wir die Jubi schrittweise weiterentwickeln können.«

Mittelfristig steht zunächst eine teilweise Sanierung von Gästezimmern an. »Wir werden auf diese Weise die Bandbreite von Gästen und Besuchern noch einmal erweitern«, meint Rahmann. Außerdem sollen in Zukunft inklusive Arbeitsplätze an der Bispingallee entstehen. »So wird die Jugendbildungsstätte in ihrer profiliert inklusiven Ausrichtung gestärkt, weil Menschen mit Behinderungen nicht nur wie bisher willkommen sind und beste Bedingungen für Bildungstagungen vorfinden, sondern wo einige auf diese Weise auch auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen können«, blickt Superintendent Anicker in die Zukunft. Schon heute bietet die Bildungsstätte mit inklusiven Seminarräumen und behindertengerechten Zimmern einen beliebten Bildungsort für Menschen mit und ohne Behinderung. Überdies blieben alle Mitarbeitenden in ihrem bisherigen Status an Bord. »Auch das ist eine gute Nachricht für unser Haus«, meint Jubi-Leiter Hillebrand.

Im Frühjahr 2012 hatte der Evangelische Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken vor dem Hintergrund mittelfristig rückläufiger Kirchensteuermittel erste Sparmaßnahmen angekündigt. Dabei war auch die Evangelische Jugendbildungsstätte mit in den Blick genommen worden. Im Sommer 2016 beschloss die Kreissynode, noch bis einschließlich 2019 das Bildungshandeln in Nordwalde mit namhaften Zuschüssen aus Kirchensteuermitteln zu unterstützen. Darüber hinaus finanzieren sich die Bildungsangebote in der »Jubi« über Teilnahmebeiträge sowie über öffentliche Zuschüsse und Spenden.

Seit 1962 besteht die »Jubi« in Nordwalde als evangelischer Bildungsort für Menschen mit und ohne Behinderung. Schülerinnen und Schüler erleben an der Bispingallee »Tage religiöser Orientierung«, Kirchengemeinden buchen Einkehr- oder Konfirmandentage in dem 60 Zimmer fassenden Bildungshaus mit 120 Betten. Aber auch Vereine, kirchliche Gruppen oder Verbände nutzen das weitläufige Areal samt Erlebnisparcour für Tagungen, Konferenzen und Workshops.

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