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Bis zu 600.000 Euro für Projekte in Westfalen und Europa / Kirchenasyl in Notlagen

Landeskirche verstärkt Hilfen für Flüchtlinge

BIELEFELD/WESTFALEN -  Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) wird ihre Flüchtlingsarbeit weiter ausbauen: Auf Beschluss der Landessynode am Donnerstag (20.11.) wird die Kirchenleitung im kommenden Jahr bis zu 600.000 Euro an weiteren Fördermitteln bereitstellen. Damit sollen sowohl konkrete Projekte auf landeskirchlicher Ebene, in den westfälischen Kirchenkreisen sowie in den örtlichen Kirchengemeinden als auch in Kooperation mit europäischen kirchlichen Partnern – zum Beispiel »Mediterranean Hope« in Italien – unterstützt werden.

Das Engagement für Flüchtlinge und Asylsuchende bleibt also zentrales Anliegen der westfälischen Landeskirche (siehe EKvW-Dossier »Flucht und Asyl«). In dem jetzt verabschiedeten »Wort der Landessynode zur aktuellen Situation der Flüchtlinge« werden alle Kirchenkreise gebeten, Synodalbeauftragte für Flüchtlingsarbeit zu benennen. Sie sollen die Arbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen koordinieren und als Ansprechpersonen für flüchtlingsbezogene Aktivitäten zur Verfügung stehen. Außerdem sollen Gemeinden, Kirchenkreise und diakonische Träger prüfen, ob privater Wohnraum für Flüchtlinge angeboten werden kann. Das Ziel: »So kann private und dezentrale Unterbringung vor Ort verstärkt und die Unterbringung in Sammelunterkünften, wo möglich, vermieden werden.«

Zu den weiteren Kernpunkten des landessynodalen Beschlusses gehören:

  • der Vorrang des Kindeswohls beim Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen: Sie sollen nicht in Sammelunterkünften für Asylsuchende untergebracht, sondern unverzüglich in die Obhut der Jugendhilfe vor Ort genommen werden.
  • die Abschaffung der Dublin III-Regelung: Asylsuchende sollen nicht mehr in das EU-Land abgeschoben werden, das sie zuerst betreten haben. Denn: »Das sorgt immer wieder für Leid und Verzweiflung bei traumatisierten und kranken Flüchtlingen, die nach langer Flucht bei uns angekommen sind. Sie müssen fürchten, in EU-Länder abgeschoben zu werden, die Flüchtlinge menschenunwürdig unterbringen, sie unversorgt lassen und ihnen kein reguläres Asylverfahren garantieren.«
  • die Gewährung von Kirchenasyl für Flüchtlinge in besonderen Notlagen
  • die Erhöhung des Kontingents zur humanitären Aufnahme von Bürgerkriegsflüchtlingen aus Syrien und verfolgten Minderheiten aus dem Irak.

Fotonachweis: (c) ASH-SHAM CARE. Lizenz: CC BY-ND 2.0

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Datum: 20.11.2014