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64 Pfarrerinnen und Pfarrer feierten ihr Ordinationsjubiläum in Haus Villigst

Kurschus: »Baden gehen ist erlaubt«

169 Pfarrerinnen und Pfarrer der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) haben im vergangenen Jahr ein Ordinationsjubiläum gefeiert. Annette Kurschus, Präses der EKvW, hat sie deshalb zu einem Festgottesdienst mit anschließendem Empfang in Haus Villigst (Schwerte) eingeladen.

110 Personen, Pfarrerinnen und Pfarrer zusammen mit ihren Partnerinnen und Partnern, sind der Einladung gefolgt und haben gemeinsam auf 10, 25, 50 oder sogar 60 Jahre pfarramtlichen Dienst seit der Ordination zurückgeblickt. Mit dabei war auch der westfälische Pfarrverein, der die Feier zusammen mit dem Landeskirchenamt geplant und durchgeführt hat.

Draußen peitscht der nasskalte Wind um die Mauern der Kirche in Villigst, während die Präses drinnen über Gegenwind predigt. Ausgehend von der Geschichte des sinkenden Petrus (Matthäusevangelium 14, Vers 22 bis 33) diagnostiziert sie, das Boot des Glaubens und der Kirche sei in unruhigen Zeiten und aufgewühlten Gewässern unterwegs. Es gehe mit Blick auf die »Großwetterlage« (Ernst Lange) durchaus windig und stürmisch zu.

Doch die biblische Geschichte zeige: Baden gehen sei erlaubt. Selbst im Scheitern seien Christinnen und Christen gehalten und getragen. Kurschus: »Mitten im Gegenwind sind auch wir gehalten. Mitten im Gegenwind können auch wir hoffnungsvoll anfangen. Immer neu. Unser persönlicher Glaube und unser Weg als Kirche sind Risiko-Gemeinschaften mit Jesus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen. Weggenossenschaften mit einem, dem der Wind zuwider war – und der doch nicht unterging.«

Darum macht die Präses den Jubilarinnen und Jubilaren Mut: »Von solch wagemutiger Demut des Petrus, von solch demütigem Wagemut im Blick auf das anscheinend Unmögliche, von solcher Lust, als Fels aufs Wasser zu gehen, können wir durchaus noch mehr gebrauchen: Als einzelne in dem schönen und schweren Beruf des Dieners und der Dienerin des Wortes Gottes.«

»Ich sehe mit großem Respekt und Anerkennung auf Ihren Dienst.« Mit diesen Worten dankt Oberkirchenrätin Petra Wallmann den Jubilarinnen und Jubilaren und nimmt dabei auch die Ehepartner und Familien in den Blick, die »den Dienst mittragen und mitbegleiten.«

Zugleich erinnert sie an die Vielfalt und Qualität von Fortbildungen, Gemeindeberatung, Supervision und Maßnahmen zur Gesundheitsprävention: »Gönnen Sie sich diese Momente der geistigen und geistlichen Erfrischung!«

Schließlich gibt sie den Jubilarinnen und Jubilaren einen kurzen Einblick in den Diskussionsprozess »Pfarrdienst in der Dienstgemeinschaft unserer Kirche«. Innerhalb dieses Prozesses sei es ein wichtiges Anliegen der Präses, mit allen westfälischen Pfarrerinnen und Pfarrern ins Gespräch zu kommen.

»Dass ich berufen bin als Mitarbeiter am Reich Gottes, dafür bin ich dankbar«, so Pfarrer Stephan Zeipelt, der im vergangenen Jahr den 10. Jahrestag seiner Ordination feiern konnte. Auch wenn sein Herz wegen der Wartezeiten nach den Examina und des Assessment-Centers nicht immer so eng mit der westfälischen Landeskirche verbunden gewesen sei, stellt er doch fest: »Sehr vieles hat meine Landeskirche richtig gemacht.«

»Wir waren Viele. Vielleicht sind wir bald zu Wenige«, sagt Pfarrerin Jutta Neumann. Als Pfarrerin im Schuldienst habe sie den Bedeutungsverlust von Kirche in den vergangenen 25 Jahren deutlich gespürt.

Und Superintendent Klaus Philipps zieht anlässlich seines 50-jährigen Ordinationsjubiläums das Fazit »Was bleibt, ist der Dank für eine erfüllte Zeit als Diener in unserer Kirche.«

 

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