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Vizepräsident Klaus Winterhoff legt Haushaltsplan 2015 vor / Kirche bleibt auf Sparkurs

Kirchensteuerplus: Dankbarkeit ja – Euphorie nein

BIELEFELD/WESTFALEN - Finanzielle Atempause für die Evangelische Kirche von Westfalen: Das erwartete Kirchensteueraufkommen von 440 Millionen Euro wird für das laufende Jahr deutlich übertroffen – doch die Kirche führt ihren konsequenten Sparkurs weiter. Denn für den Juristischen Vizepräsidenten Klaus Winterhoff ist das bislang höchste Netto-Kirchensteuer-aufkommen zwar «ein Grund zur Dankbarkeit», aber «kein Grund zur Euphorie». Schließlich bleibe die reale Kirchensteuer um rund ein Drittel gegenüber 1992 zurück.


Die Synode, die noch bis Donnerstagabend (20.11.) in Bielefeld-Bethel tagt, hat nun über den landeskirchlichen Haushalt Gesamthaushalt für das kommende Jahr zu beraten. Basis ist ein erwartetes Kirchensteuer-aufkommen von 455 Millionen Euro (siehe Finanzfakten 2015).

Winterhoff ist ein engagierter Verfechter vorausschauender Finanzplanungen. Sein Motto: «Nur vorsorgende Finanzpolitik ist nachhaltige Finanzpolitik.» Daher soll ein Großteil des Mehraufkommens in diesem Jahr in die Vorsorge fließen: zur Versorgungssicherung von Pfarrerinnen und Pfarrern sowie Kirchenbeamten (25 Millionen), für einen möglichen Kirchentag 2019 in Dortmund (3 Millionen) und die Aufstockung des Fonds «Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren» (2 Millionen). Das übrige Mehraufkommen, also 20 Millionen Euro, soll in die reguläre Kirchensteuerverteilung gehen.

In seiner Haushaltsrede griff Vizepräsident Winterhoff auch das Stichwort «Kirchensteuer auf Kapitalertragssteuer» auf und stellte klar: «Es wird keine neue Kirchensteuer eingeführt und keine bestehende Kirchensteuer erhöht. Es ändert sich also nur das Erhebungsverfahren!» Das sei von Banken, Medien und Kirchen aber oftmals nicht verständlich genug gesagt worden. Steigende Austrittszahlen seien die Folge gewesen.

Sein Fazit: «Wir haben das Kommunikationsproblem unterschätzt und die Kirchenbindung der Mitglieder überschätzt. Das Kommunikationsproblem arbeiten wir auf, das Kirchenbindungsproblem ist – wie auch die jüngste Kirchenmitgliedschaftsstudie zeigt – die große Herausforderung für kirchliches Handeln schlechthin.»

Chancen zum innovativen Gemeindeaufbau bietet die von der Hochschule für Kirchenmusik in Kooperation mit der «Stiftung Creative Kirche» und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) geplante «Pop-Akademie», die die Ausbildung im Bereich der kirchlichen Popularmusik fördern soll. Dafür wurden erstmalig 200.000 Euro in den westfälischen Haushalt eingestellt.

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