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auf einen Blick
SchülerInnenakademie widmete sich der Kunst der Entscheidung

Ja? Nein? Jein!

SCHWERTE/WESTFALEN - Bei der diesjährigen SchülerInnenakademie in Schwerte/Villigst sind  rund 50 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland dem Thema Entscheidungsfindung auf den Grund gegangen.

»Für mich stehen jetzt konkret Entscheidungen an, weil ich noch nicht weiß, was ich nach dem Abi machen möchte. Das Thema hat für mich also einen ganz praktischen Bezug zu meiner Lebenssituation«, erzählt Elisa, 17, aus Berlin.

Was passiert im Gehirn, wenn Entscheidungen getroffen werden?

Der Alltag fordert ständig, Entscheidungen zu fällen. Einige davon fallen leicht und werden beiläufig getroffen, andere können schlaflose Nächte bereiten. In interaktiven Workshops ergründeten die Schülerinnen und Schüler, was im Gehirn passiert, wenn es Entscheidungen trifft, in wieweit diese von außen beeinflusst werden und nach welchen Prinzipien Entschlüsse gefasst werden.

Von Physik über Philosophie und Medizin bis hin zu Medienpädagogik oder Computerspielentwicklung ‒ die Referentinnen und Referenten vertraten die unterschiedlichsten Zugänge zur Thematik. Jacob, 17 aus Braunschweig, nahm am Workshop zu »Entscheidungen im Computerspiel« teil und war vor allem von den interessanten Diskussionen mit den anderen Teilnehmern begeistert.

Gute Stimmung, nicht nur beim Rahmenprogramm

Die Stimmung auf dem Gelände von Haus Villigst war geprägt von Offenheit und Neugier: die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tauschten sich aus und diskutierten auch kontrovers. Beim Rahmenprogramm wurde viel gemeinsam gelacht ‒ Spieleabende, gemeinsame Sport- und Theatereinheiten aber auch Meditation und Musikeinheiten trugen zur guten Stimmung bei.

Die 18-jährige Julia aus Köln fand genau das reizvoll: »Ich habe viele neue Leute kennen gelernt und spannende Gespräche geführt. Das hatte ich so gar nicht erwartet.« Im Synodenplanspiel übten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Entscheidungen und Kompromisse zu finden – ganz wie bei einer echten kirchlichen Versammlung. Rainer Timmer, Leiter des Pädagogischen Instituts: »Es geht uns auch darum, den Schülerinnen und Schülern Einblicke in kirchliche Strukturen zu ermöglichen, aber vor allem möchten wir in einen Dialog über die Lebens- und Entscheidungsfragen eintreten, die die Schüler am Übergang zwischen Schule und Studium oder Beruf bewegen.«

Themen aus evangelischer Perspektive in den Blick nehmen

Viele Teilnehmer nutzten den Markt der Möglichkeiten, um Studierende und Praktiker zu Studienfachwahl, Berufsfindung oder Auslandsaufenthalten zu befragen. »Wir möchten die Themen, die Schüler in diesem Alter beschäftigen, auch und gerade aus evangelischer Perspektive in den Blick nehmen«, so Studienwerksleiterin Friederike Faß.

Das Studienwerk bietet mit seinen Stipendien und einem vielfältigen Bildungs- und Begleitungsangebot finanzielle aber auch ideelle Unterstützung in der Phase des Studiums und beim Einstieg ins Berufsleben an. »Ich werden mich auf jeden Fall um ein Stipendium bewerben«, sagt Jacob, denn: »das Wochenende hat Lust auf Mehr gemacht.«

Bereits zum fünften Mal fand die Veranstaltung, die das Evangelische Studienwerk gemeinsam mit dem Pädagogischen Institut der Evangelischen Kirche von Westfalen und dem Bund evangelischer Religionslehrerinnen und -lehrer an Gymnasien und Gesamtschulen in Westfalen und Lippe organisiert, statt. Ziel ist es, Oberstufenschülerinnen und -schüler aus verschiedenen Schulen Deutschlands zur gemeinsamen Auseinandersetzung mit einem persönlich wie gesellschaftlich relevanten Thema zu animieren.

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