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12 Studierende aus Afrika und Asien sind im Masterkurs »Diaconic Management« graduiert worden

Internationales Diakoniestudium als Lernreise

WUPPERTAL/WESTFALEN - Mit der Graduierung von zwölf Studierenden aus Afrika und Asien im zweiten Masterkurs Diaconic Management am Samstag in Wuppertal hat sich ein internationales Pionierstudium etabliert. »Die Studierenden haben gelernt, Diakonie nicht nur als Organisation von Fürsorge zu sehen, sondern auch als anwaltschaftliches Handeln für wirtschaftliche Gerechtigkeit und konkrete öffentliche Theologie«, sagte der stellvertretender Direktor des Instituts für Diakoniewissenschaft und DiakonieManagement (IDM) an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel, Professor Martin Büscher, im Rahmen der Graduierungsfeier. Das zweijährige, englischsprachige Studium wird seit Mai 2011 gemeinsam vom IDM und der Vereinten Evangelische Mission (VEM) durchgeführt.

»Das war eine herausfordernde und verändernde Zeit«, fasste Janine van Wyk von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Namibia ihre Studienerfahrungen zusammen. Sie sei sensibler für unterschiedliche Kulturen geworden, konfliktbereiter und in der Lage, ethisch gut begründete Entscheidungen zu treffen, etwa in punkto Korruption. »Jetzt will ich meiner Kirche helfen, noch stärker auf die Armut in unserem Land zu reagieren.«

Sujithar Sivanayagam aus Sri Lanka berichtete, dass er nach einem 30-jährigen Bürgerkrieg in seiner Heimat anfangs eine eher auf Nothilfe ausgerichtete, engere Sicht der Diakonie gehabt habe: »Aber durch das Studium habe ich eine Lernreise gemacht.« Auch die Indonesierin Deborah Suparni sprach von einer »Horizonterweiterung« durch Theorie und Praxis auf drei Kontinenten. Sie habe eine Veränderung und Stärkung ihrer gesamten Persönlichkeit erlebt.

VEM-Generalsekretär Dr.  Fidon Mwombeki ermutigte die Graduierten, ihre neuen Kenntnisse und Erfahrungen jetzt in ihren Heimatkirchen anzuwenden. »Eine Investition in Menschen wie dieses Studium ist die beste Art die Welt zu verändern«, sagte er.

Eine Besonderheit des internationalen Curriculums besteht darin, dass es Fachwissen in Theologie und Ethik ebenso wie in Betriebswirtschaft und Management vermittelt. Angesichts globaler Probleme wie HIV/Aids, Klimaschutz, Inklusion, Landraub oder Menschenhandel haben fundierte akademische Kenntnisse im Diakoniemanagement an Bedeutung gewonnen. So finden einzelne Module auch an der Stellenbosch University in Südafrika, der Silliman University auf den Philippinen und an der Sebastian Kolowa Memorial University in Tansania statt – ein Studium auf drei Kontinenten.

Die zwölf Absolventinnen und Absolventen des zweiten Jahrgangs, darunter acht Frauen und vier Männer, stammen aus sieben Ländern: Sri Lanka, Indonesien, Kamerun, Tansania, Ruanda, Namibia und Südafrika. Nachdem sie den Masterkurs abgeschlossen haben, übernehmen sie leitende und innovative Aufgaben im Diakoniemanagement ihrer Heimatkirchen. Ein dritter Kurs startet im Frühjahr 2016.

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