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Menschenskinder: Präses Kurschus sprach auf Bochumer Kundgebung gegen Rassismus

Hand in Hand für Toleranz

»Um Gottes und um seiner Menschenkinder willen stehen wir dafür ein, dass niemand wegen seines Glaubens verfolgt, benachteiligt oder bedrängt wird.« Das sagte Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen bei der Abschlusskundgebung der Menschenkette gegen Rassismus am Samstag (18. Juni) in Bochum.

Türen und Herzen, Köpfe und Hände müssten offen bleiben für alle, die um ihr Leben fürchten müssen und für alle, die ihr Leben in Freiheit und Sicherheit gestalten wollen. Kurschus: »So fremd sie uns auch sein mögen: Sie sind Gotteskinder und unsere Menschenbrüder und -schwestern«.

Die Präses warb darum, im Reden und Denken, im Hinhören und Zuhören, im Hinsehen und Nachsehen sorgfältig zu sein. Respekt vor dem Anderen und Mitgefühl mit dem Fremden seien menschlich und klug. Damit wandte sich die leitende Theologin der westfälischen Landeskirche dagegen, dass von zuwandernden Menschen wie von hereinbrechenden Naturkatastrophen gedacht und geredet wird, dass Menschen in Arten, in Sorten, in diesen Menschenschlag und jenen Menschentyp wie in Schubladen eingeteilt werden.

Statt Ängste zu schüren plädierte sie dafür, auf klügere Ratgeber wie Vernunft, Güte, Mut, Gelassenheit sowie Selbstvertrauen, Fremdvertrauen und nicht zuletzt Gottvertrauen zu hören.

Knapp 40 Hilfsorganisationen, Verbände und religiöse Einrichtungen hatten unter dem Titel »Hand in Hand gegen Rassismus – für Menschenrechte und Vielfalt« bundesweit zu Menschenketten für ein vielfältiges und tolerantes Zusammenleben aufgerufen. Die beiden christlichen Kirchen hatten darüber hinaus eingeladen, für den Frieden zu beten, »wo auch immer man sich gerade aufhält«. (Pressemitteilung 28/2016)

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