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auf einen Blick
Zitate aus dem Bericht von Präses Annette Kurschus

»Gott ist immer auch fremd und anders und unbequem.«

Evangelisch sein

Nach außen wie nach innen hat das Jubiläumsjahr einmal neu gezeigt, was es heißt, evangelisch zu sein: fröhlich und nachdenklich, selbstbewusst und selbstkritisch, klug und musikalisch, weltoffen. Das sollte uns, wenn schon nicht stolz tönen, so doch dankbar staunen und fröhlich erzählen lassen.

Leidenschaftlich verschieden

Wir würden – davon bin ich überzeugt – das Evangelium verraten, wenn wir die Leidenschaft und die klaren Worte denen überließen, die keine Verschiedenheit ertragen.

Mahnung zur Vorsicht

Wir sollten sehr hellhörig werden, wenn gesellschaftliches Gefragt-Sein und politisches Gebraucht-Werden in einseitige und einengende Rollenzuweisungen umschlagen. Erst recht dann, wenn die identitätsstiftende Kraft der christlichen Tradition zum Bau von Grenzzäunen in Köpfen und Herzen benutzt wird und wenn man sie zur Definition von gesellschaftlichen Ausschlusskriterien missbraucht.

Gott ist nicht nur lieb

Gott – wenn er Gott ist – ist immer auch fremd und anders und unbequem. Für die Kirche zuerst. Und dann auch für die Gesellschaft.

Spannungen gestalten

Die meisten der Spannungen, in denen der Pfarrberuf steht, sind gerade nicht zu lösen. Sie wollen ehrlich wahrgenommen und bewusst gestaltet werden.

Freude an der Theologie

Gewiss, Pfarrer und Pfarrerinnen sollen bei den Menschen sein und sich nicht hinter Büchern verschanzen. Aber wir sollten das Glück, das aus dem intensiven Ringen mit der Fremdheit biblischer Texte und aus dem gedanklichen Gespräch mit theologischer Literatur entspringt, nicht gering achten.

Hoffen, erwarten, handeln

Wir haben für diese Welt mehr zu hoffen, mehr zu erwarten und deshalb auch mehr zu tun, als es ohne den Glauben an Christus zu hoffen, zu erwarten und zu tun gäbe.

Das Evangelium – politisch?

Das Evangelium spricht deutlich und direkt, tröstend und unbequem mitten hinein in die ganze Wirklichkeit. Kein Bereich ist davon ausgenommen, also auch nicht der Raum des Politischen.

Was Kirche ist – und was sie nicht ist

Die Kirche ist nicht die Gemeinschaft derer, die sich immer schon einig sind. Und sie ist auch nicht die Gemeinschaft derer, die sowieso Recht haben. Die Kirche ist die Gemein-schaft derer, die sich auf Christus gründen. Sie wollen dem auf den Grund kommen, was dies im Hier und Jetzt bedeutet.

(Synode aktuell 2/2017)

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