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Altpräses Buß warnt nach Kölner Attentat vor Fremdenfeindlichkeit

Gewalt und Hetze sind nicht zu rechtfertigen

UNNA/KÖLN - Der westfälische Altpräses Alfred Buß hat nach dem Attentat auf die Kölner OB-Kandidatin Henriette Reker vor Hassparolen und Fremdenfeindlichkeit gewarnt. Das Attentat zeige, wohin Hassparolen, Brandanschläge oder Galgensymbole führten, sagte Buß am Samstagabend im »Wort zum Sonntag« in der ARD.

Fremdenfeindlichkeit stehe ebenfalls hinter dem bei der Pegida-Demonstration mitgeführter Galgen in Dresden. Offenbar würden dadurch Menschen ermutigt, selbst Hand anzulegen. Das gelte erst recht für psychisch labile und vom Leben nicht gerade verwöhnte Menschen, wie bei dem Täter in Köln.

Dass Menschen, die ohne Arbeit sind und vom Hartz IV-Regelsatz leben, nach Deutschland geflüchtete Fremde als Konkurrenten ansehen, sei vielleicht noch zu verstehen, sagte der westfälische Theologe weiter. »Und doch rechtfertigt das keinerlei Gewalt«, unterstrich Buß. Ebensowenig sei zur Gewalt anstachelnde Hetze zu rechtfertigen - »schon gar nicht zur vermeintlichen Verteidigung des Christentums gegen fremde Menschen und Religionen«.

Auf die Mitmenschen achtzugeben, wie es hingegen die Bibel lehre, sei sehr viel anstrengender, »als auf sein angebliches Recht zu pochen und anderen die Tür zu weisen«, sagte Buß weiter. Das zeige das Engagement der vielen Helfer bei den Flüchtlingen. »Hüterin und Hüter seines Mitmenschen zu sein, egal welcher Herkunft, Nationalität oder Hautfarbe - das ist der einzige Weg aus der Spirale von Hass und Gewalt«, unterstrich Buß, der bis 2012 an der Spitze der Evangelischen Kirche von Westfalen stand.

Bei einer Messerattacke wurde die Kandidatin für das Kölner Oberbürgermeisteramt, Henriette Reker, am Samstag schwer verletzt. Der Täter wurde von der Polizei noch am Tatort festgenommen. Die Behörden gehen dem Verdacht auf ein ausländerfeindliches Motiv nach. (epd)

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