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auf einen Blick
Westfälische Landeskirche unterstützt Flüchtlingsprojekt der Waldenser in Italien

Gesamteuropäische Verantwortung und Solidarität gefordert

»Mediterranean Hope« gehört zu den wichtigsten Projekten an den EU-Außengrenzen. Im Frühjahr 2014 vom Bund Evangelischer Kirchen in Italien (FCEI) initiiert, wird es maßgeblich getragen von den Waldensern – der westfälischen Partnerkirche in Italien.

Das Engagement für Flüchtlinge und Asylsuchende ist und bleibt auch zentrales Anliegen der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW). Bis zu 600.000 Euro an weiteren Fördermitteln wird die Kirchenleitung auf Beschluss der Landessynode in diesem Jahr bereitstellen: sowohl für konkrete Projekte auf landeskirchlicher Ebene, in den westfälischen Kirchenkreisen und in örtlichen Kirchengemeinden als auch in Kooperation mit europäischen kirchlichen Partnern.

Das noch im Aufbau befindliche »Mediterranean Hope«-Projekt, für das die EKvW bislang 108.000 Euro zur Verfügung gestellt hat, hat zurzeit drei Arbeitsschwerpunkte:

  • Eine Beobachtungstelle und erste Hilfsmaßnahmen in Lampedusa: Zwei Mitarbeitende überwachen die Situation der Neuankommenden, kooperieren bei ersten Hilfsmaßnahmen, und erstellen regelmäßige Berichte.
  • Ein Begrüßungs- und Aufnahmezentrum in Scicli (Sizilien): Es kann bis zu 40 Menschen aufnehmen, die versorgt und beraten sowie psychologisch, medizinisch und juristisch unterstützt werden müssen.
  • Das Engagement für eine angemessene Asylgesetzgebung durch den Migranten- und Flüchtlingsdienst des Evangelischen Bundes (FCEI).

Als vierte Säule geplant ist eine verstärkte Beratungsarbeit: Ein »Neuansiedlungsreferat« soll u.a. Menschen helfen, den Flüchtlingsstatus zu erhalten und einen neuen Aufenthaltsort zu finden sowie kirchliche Netzwerke aufbauen.

Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller zeigte sich nach einem Besuch in Italien beeindruckt von der »wichtigen und engagierten Arbeit« von Mediterranean Hope: »Die protestantischen Kirchen in Italien zeigen – stellvertretend für alle Kirchen innerhalb Europas – was in jüdisch-christlicher Tradition unser aller Aufgabe ist: die Fremden willkommen heißen in unserer Mitte, uns der Flüchtlinge annehmen, Wege zur Integration der Migrantinnen und Migranten zu ebnen.«

Für den Ökumene-Dezernenten der westfälischen Landeskirche sind Lampedusa, Scicli und Pozzallo, wo Tausende von Migrantinnen und Migranten jeden Monat landen, nicht einfach nur abgelegene und verlassene Winkel im Süden Italiens. Sondern: »Orte in Europa, die stehen für unsere gesamteuropäische Verantwortung und Solidarität. Es reicht nicht, die Europäischen Institutionen auf diese Orte als Teil Europas hinzuweisen. Sie sind auch Orte, die unser aller ethische Herausforderung symbolisieren. Sie brauchen unsere Fürbitte und unsere praktische Solidarität. In ganz Europa. Auch bei uns in Westfalen.«

Deshalb wird die EKvW die Arbeit auch weiterhin fördern – zum Beispiel mit der Entsendung qualifizierter Freiwilliger aus Westfalen, die die Arbeit von Mediterranean Hope auf Lampedusa unterstützen. Nicht nur in Italien, so Möller, zeige sich die Herausforderung an den Mittelmeergrenzen der Europäischen Union (EU). Deshalb geschehe die Solidaritätsarbeit in enger Abstimmung mit der Kommission der Europäischen Kirchen für Migration (CCME) in Brüssel.

Anfang Juni wird von der Evangelischen Kirche in Westfalen zusammen mit der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) eine Reise initiiert, die Politikerinnen und Politiker aller Parteien des NRW-Landtags in Düsseldorf zusammen mit EU-Verantwortlichen zu einer internationalen Fachkonferenz nach Rom bringt. Daran nehmen auch italienische Regierungsverantwortliche, Parlamentarier und Experten teil. Zuvor sind Vor-Ort-Begegnungen in Griechenland, Italien und Marokko geplant.
(Pressemitteilung 8/2015)

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