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Ökumenischer Vespergottesdienst am Sonntag vor Pfingsten in Soest

Gemeinsame Verantwortung der Kirchen

SOEST -  Zahlreiche Angehörige verschiedener christlicher Kirchen und Konfessionen nahmen am Sonntagabend (17.5.) am traditionellen ökumenischen Vespergottesdienst vor Pfingsten teil, der erstmals in Soest stattfand. Präses Annette Kurschus von der Evangelischen Kirche von Westfalen hielt die Predigt. Erzbischof Hans-Josef Becker leitete den feierlichen Abendgottesdienst in der katholischen Pfarrkirche St. Patrokli.

Christen hätten in der Gesellschaft die Aufgabe, Gottes Ruf an die Menschen und das menschliche Rufen nach Gott wachzuhalten, sagte Präses Annette Kurschus in ihrer Predigt. Es sei der »ureigene Auftrag« von Christen, dies im Gebet, in der Verkündigung, in der Seelsorge, im gemeinsamen diakonischen, karitativen und politischen Handeln zu tun. Der Auftrag sei nur gemeinsam zu erfüllen, in ökumenischer Einheit, so die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen. »Es ist ein Auftrag, dem wir mit jeweils eigenen Akzenten und oft in großer Einigkeit nachkommen.« Die Kirchen stünden gemeinsam in der Verantwortung vor Gott, so Präses Kurschus weiter. Im gemeinsamen Ringen um die Ökumene komme es darauf an, von Gottes Zusage auszugehen, nicht von den eigenen Erwartungen, von der in Jesus Christus gestifteten Einheit, nicht von den eigenen, manchmal nur kläglichen Versuchen der Gemeinsamkeit. »Es ist gewiss: Christus will, dass wir eins seien.« Aus dieser Verheißung lebe die Kirche, katholisch und evangelisch und orthodox.

»Mag sein, dass dies unser wichtigstes Werk in der Ökumene ist: Dass wir gemeinsam beten, dass wir gemeinsam auf Gottes Ruf antworten und gemeinsam auf seinen Ruf hin handeln«, sagte Präses Kurschus. »Er will uns als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in seinem Weltregiment. Lasst uns unser Werk gemeinsam versuchen. Ich bin gewiss: Er lässt uns nicht im Stich.«
Zum Abschluss betete Erzbischof Becker: »Gott und Herr, du heiligst deine Kirche in jedem Volk und jedem Land. Gieße die Gaben deines Geistes über die ganze Erde aus. Und was deine Gnade gewirkt hat, als die frohe Botschaft ihren Anfang nahm, das wirke sie jetzt in den Herzen aller Gläubigen.«

An dem ökumenischen Gottesdienst wirkten außerdem mit: Bischof Anba Damian (Generalbischof der Koptisch-Orthodoxen Kirche Deutschlands, Höxter-Brenkhausen), Landessuperintendent Dietmar Arends (Lippische Landeskirche, Detmold) und als Vertreter der Soester Kirchengemeinden Propst Josef Heers (Pfarrei St. Patrokli), Pfarrer Werner Vedder (Evangelische Kirchengemeinde St. Petri-Pauli), Franz-Josef Buxot (Pfarrei St. Patrokli), Rita Bökenbrink (Evangelische Kirchengemeinde St. Petri-Paul) und Wilhelmine Hülsmann (Evangelische Kirchengemeinde St. Petri-Paul). Seit 1999, als das Erzbistum Paderborn sein 1200-jähriges Jubiläum beging, findet der ökumenische Vespergottesdienst jährlich in katholischen oder evangelischen Kirchen statt.

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