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auf einen Blick
Ausstellung »Kirche und Kunst« in Versmold zum Themenjahr »Bild und Bibel«

»Gemeinsam den Menschen im Blick behalten«

VERSMOLD – »Religion. Kunst. Weite.« war die Ausstellung überschrieben, die eine Woche lang in Versmold in der Galerie et und in der Petri-Kirche zu sehen war. Anlass war zum einen die Gründung des Kirchenkreises Halle vor 175 Jahren und zum anderen das Themenjahr »Bild und Bibel« der Reformationsdekade. Eröffnet wurde die Ausstellung beim Jahresempfang des Evangelischen Kirchenkreises Halle.

Gezeigt wurden mehr als 40 Werke von Künstlerinnen und Künstlern aus den acht Gemeinden des Kirchenkreises Halle. In der Petri-Kirche selbst war vor dem Altar eine Himmelsleiter des Borgholzhausener Künstlers Johannes Schepp vom Boden bis an die Decke installiert – extra für die Kirche gemacht »aus naturbelassenem Holz, einem Seil, Seide und viel Kleister«, so der Künstler. »Die Leiter ist eine Aufstiegschance im Geiste«, erläutert er sein Kunstwerk. Zehn kleineren Skulpturen mit Titeln wie »Der Weg«, »Begegnung« und »Das Ziel« nähern sich der Installation an.

Kunst und Kirche

Die Idee für die Ausstellung und ihre Organisation lag in den Händen von Superintendent Walter Hempelmann, Pfarrer Dr. Sven Keppler und Annelie Pielsticker als Vorstandsmitglied des Kunstkreises. »Ich wünsche mir, dass Kunst und Kirche gemeinsam den Menschen im Blick behalten. Mit seinen Tränen und seinem Lachen. Mit seinen Sehnsüchten und Gefährdungen. Mit den Träumen von Gerechtigkeit und kleinen und großen Hoffnungen. Mit seinem Scheitern und Gelingen«, betonte Walter Hempelmann bei der Eröffnung. Die Methoden und Wege von Kirche und Kunst seien sicherlich unterschiedlich. Das solle auch so bleiben. Aber »der Protest gegen alles Lebenszersetzende« vereine beide Seiten.
Pfarrer Dr. Sven Keppler führte dann in den Zusammenhang von Kunst und Kirche ein. Er unterschied vier Wege, sich der Kunst zu nähern: Polemik, Beschweigen, Betitelung und den religiösen Gegenstand. Bei der Kunstform der Polemik sei erlaubt was missfällt, erklärte er und verwies auf Karikaturen wie bei Charlie Hebdo, Kardinäle beim Gruppensex, eine schwule Trinität. »Vielleicht werden wir durch die vielen muslimischen Flüchtlinge lernen, wie notwendig bei aller Freiheit von Kunst und Meinung ein sensibler Umgang mit der Religion ist«, zierte er dann Johannes Schepp. Ihre Frömmigkeit könne ein Anstoß sein, die eigene, manchmal schnoddrige Oberflächlichkeit zu hinterfragen. Er hoffte aber auch, dass Kunstwerke der Religion durch Kritik einen unverzichtbaren Dienst leisten.

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