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auf einen Blick
Kirchenkreis Halle unterstützt Gemeinden und Einrichtungen mit Stiftung

»Gehen Sie stiften«

HALLE – Dass der Evangelische Kirchenkreis Halle vorausschauend und wohl überlegt handelt, das bescheinigte ihm die Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl. In einer Feierstunde in der Haller St. Johanniskirche überreichte sie die Gründungsurkunde der Evangelischen Stiftung an Superintendent  Walter Hempelmann. Diese Stiftung ist von langer Hand vorbereitet worden und soll nun helfen, die Aufgabenfelder in den Gemeinden und Einrichtungen abzusichern.

»Einen Motor für neue Ideen und Wege«, nannte Thomann-Stahl die Stiftung. Als Schirmherrin der Haller Bach-Tage – ein Amt, dass sie mit Präses Annette Kurschus teilt – war sie gerne in das Haller Herz gekommen. Diese Stiftung, die bis zum Jahreswechsel mit insgesamt 250.000 Euro ausgestattet sein soll, werde einen zusätzlichen Beitrag leisten, den Kirchenkreis bunt und vielfältig zu erhalten, sagt sie. Von den Menschen im Kirchenkreis erhofft sie sich Unterstützung durch Zustiftungen und Spenden. »Gehen Sie stiften!«, fordert sie alle im Altkreis schmunzelnd auf.

»Brauchen Beispiele ethischen Wirtschaftens«

In seiner Begrüßung hatte Superintendent Hempelmann zuvor die Zielrichtung der Stiftung verdeutlicht: Sie soll dazu beitragen, dass die Welt ein menschenfreundlicheres Gesicht bekommt. Die Kirche will damit unter anderem die Pflege denkmalgeschützter Kirchen, die Förderung von Kirchenmusik und der Jugendarbeit bis hin zur Begleitung Sterbender unterstützen und absichern. »Wir brauchen Beispiele ethischen Wirtschaftens«, sagte Walter Hempelmann. Weil Kirche »in Ewigkeiten denke«, habe man schon vor vielen Jahre auf Anraten der damaligen Finanzausschussvorsitzenden Margret Rüter und jetzt mit ihrem Nachfolger Heinrich Schengbier nicht benötigten Zinserträge zurückgelegt.

Talente nicht vergraben

Dass auch die Landeskirche diese Stiftung begrüßt – obwohl derzeit niedrige Zinsen eher zum Geld ausgeben als zum Sparen anregen – betonte Martin Bock. Er hofft, dass das Stiftungskapital eine »Initialzündung« ist und dass sich die Menschen im Haller Umfeld auch für die Ideen und Ziele der Stiftung einsetzen. Langfristig könne man sich zusätzliche Finanzquellen erschließen, bürgerschaftliches Engagement fördern sowie kirchliche Ziele mit Politik und Wirtschaft vernetzen. Dass es dafür eine kompetente und kluge Vermögensverwaltung braucht, sagte er mit Verweis auf die Stiftung Kirche für Bielefeld. Vor zehn Jahren gegründet hat sie inzwischen ihr Stiftungskapital vervielfacht. Neben den Investitionen und dem Einwerben von Spenden brauche es für den Erfolg aber auch einen engagierten Vorstand und ein engagiertes Kuratorium sowie Tat- und Glaubenskraft, führte der Vertreter der Landeskirche aus. Bock fordert dazu auf: »Vergraben Sie Ihre Talente und Pfunde nicht, sondern vermehren Sie, was Sie haben.«
Mit »Tue Gutes und rede darüber«, ermutigte Gitta Brandt vom Kreiskirchlichen Öffentlichkeitsausschuss dazu, die Stiftung zu unterstützen und von ihr zu erzählen. Damit das gut gelingen kann, ist eine Informationsbroschüre in Arbeit.
Kuratorium und Vorstand

Das Kuratorium der Stiftung besteht aus fünf Mitgliedern: Neben dem Superintendenten sind das Kreissparkassendirektor Henning Bauer, Udo Hardieck (Halle), Petra Holländer (Steinhagen) und Dr. Hartmut Matthes (Harsewinkel). Ein Vorstand sorgt für die ordnungsgemäße Verwaltung. Ihm gehören Bernd Zirbes als Verwaltungsleiter des Kirchenkreises sowie Pfarrerin Silvia Schultz (Borgholzhausen) vom Kreissynodalvorstand und Ursula Härtel (Werther) an. Sie wurden durch das Kuratorium berufen. (fra)

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