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Iserlohn: Workshop-Tag für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit

Gastfreundschaft leben

ISERLOHN - Es gibt sie und sie wird immer größer: die Welle der Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge. Doch wie lässt sich das Engagement vieler Ehrenamtlicher koordinieren und festigen? Dieser Frage geht ein Workshop für ehrenamtliche Flüchtlingshilfe nach, den der Evangelische Kirchenkreis Iserlohn zusammen mit der Diakonie Mark-Ruhr und dem Flüchtlingsnetzwerk Iserlohn am 22. August in der Volkshochschule Iserlohn veranstaltet.

»Es gibt eine große Hilfsbereitschaft in der Stadt. Dieses Engagement möchten wir aufgreifen und mit dem Workshop über die Grenzen der Stadt hinaus in die Städten und Kommunen im Evangelischen Kirchenkreis hineinwirken«, erklärt Superintendentin Martina Espelöer. Auf der Konferenz »Gemeinsam für Flüchtlinge« im April dieses Jahres mit Vertretern aus Politik, Gesellschaft und Kirche wurde deutlich, dass «wir von einem Nebeneinander vieler Akteure zu einem stärkeren Miteinander kommen möchten«, so Superintendentin Espelöer.

Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens, der bereits zur Flüchtlingskonferenz ins Rathaus einlud, unterstützt die Initiative zur Stärkung des Ehrenamts. Wichtig sei es, die unterschiedlichen Akteure zusammenzubringen, und »an einem Strang zu ziehen«. »Die angespannte Weltlage nimmt uns gemeinsam in die Pflicht.« Dabei verwies Bürgermeister Dr. Ahrens, dass es neben der Betreuung immer stärker um die Integration von Flüchtlingen gehe.

Für Martin Wehn, theologischer Geschäftsführer der Diakonie Mark-Ruhr, ist es eine »wunderbare Sache, wenn sich viele Menschen für Flüchtlinge engagieren«. »Genauso wichtig ist es aber auch, dass wir das Ehrenamt unterstützen«, sagte Pfarrer Wehn. Oft fehlt den Hauptamtlichen in der Flüchtlingsberatung die Zeit für den Austausch. Umso wichtiger sei diese Tagung, in der Haupt- und Ehrenamtliche zusammenkommen. Welch große Bedeutung das Ehrenamt bereits entwickelt hat, verdeutlicht Heidrun Schulz-Rabenschlag, Leiterin der Sozialen Dienste der Diakonie Mark-Ruhr, am Beispiel der Wissenschaft. »Das Ehrenamt ist zu einem Phänomen geworden, das bereits erforscht wird«, sagt sie. Nach ersten Studien ist der typische Ehrenamtliche jung, gut ausgebildet und beruflich aktiv. Die Zahl der Ehrenamtlichen wächst so stark, dass dieser Workshop eine gute Gelegenheit zum Austausch sei.

Als Referenten sprechen unter anderem Pfarrer Helge Hohmann, Beauftragter für Zuwanderungsarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen, sowie Jens Keienburg von der Flüchtlingsberatung Iserlohn. In Einzelworkshops können sich die Teilnehmenden dann anhand von Praxisbeispielen über Erfahrungen, Möglichkeiten und Barrieren in der Flüchtlingshilfe austauschen.

Das Flüchtlingsnetzwerk Iserlohn, das diese Tagung inhaltlich vorbereitet, wird seine eigene Arbeit als ein Beispiel ehrenamtlicher Flüchtlingshilfe vorstellen. Im Vortrag »Ankommen in Deutschland – Was wird gebraucht?« werden Flüchtlinge zudem über ihre Erfahrungen berichten. »Es ist uns wichtig, dass Menschen, die es betrifft, selber zu Wort kommen«, sagt Marion Ziemann, Sprecherin des Flüchtlingsnetzwerks Iserlohn und verweist darauf, dass die Flüchtlinge im Netzwerk selbst aktiv sind. »Die Flüchtlinge helfen uns im Netzwerk mit unserer Arbeit, weil sie dieselben Erfahrung haben wie die anderer Flüchtlinge«, erklärt sie. »Das ist ein Geben und Nehmen».

Der Workshop richtet sich an alle Interessierten, unabhängig von konfessioneller und kultureller Herkunft. Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldungen sind bis zum 17. August 2015 zu richten an die VHS-Iserlohn (Heike Schorlemmer: vhs(at)iserlohn.de)


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