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Bürger und Experten diskutieren über Wege aus der Armut

»Es ist genug für alle da«

PADERBORN/KREIS HÖXTER - »Es ist genug für alle da« - so lautete das Motto einer sozialpolitischen Veranstaltung zum Thema Armut im Historischen Rathaus Paderborn. Dazu hatten die Diakonie Paderborn-Höxter e.V. und der Evangelische Kirchenkreis gemeinsam mit der Regionalstelle Paderborn des Evangelischen Erwachsenenbildungswerks Westfalen und Lippe e.V. eingeladen. Anlass war das 175-jährige Bestehen des Kirchenkreises Paderborn.

70 Bürgerinnen und Bürger, darunter Mitarbeitende der Wohlfahrtsverbände sowie Vertreter aus Ökumene und Politik, nahmen an der Veranstaltung teil. »Als Kirche und Diakonie arbeiten wir daran, dass die Güter gerechter verteilt werden, dass alle satt werden«, sagte Superintendentin Anke Schröder. Alle, die in gesicherten Verhältnissen leben, hätten die Verantwortung für gerechtere Verhältnisse einzutreten, appellierte Schröder.

Dass Kindertageseinrichtungen und Familienzentren gute Möglichkeiten für konkrete Hilfen und Vernetzung bieten, wurde im Verlauf des Abends deutlich. Ebenso, dass es eine Aufgabe für Kirchengemeinden ist, Einkommensschwache nicht nur durch Mittagstische, Schulmaterial- oder Kleiderkammern zu unterstützen, sondern sie in das Gemeindeleben zu integrieren.

Auf dem Podium beantworteten Sigrid Beer (Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche von Westfalen), Daniel Sieveke (MdL, CDU), Ulrike Gebelein (Diakonie Deutschland) und Professor Benjamin Benz (Evangelische Fachhochschule RWL, Bochum) die Fragen von Moderator Remi Stork.

Von »Bildungsarmut« und »Ausbau des sozialen Arbeitsmarkts als Investition in die Menschenwürde« (Beer), über „weg von Armut – hin zu Teilhabe“ und »Standards und Ansprüche hinterfragen« (Sieveke), »relativer Armut« und »Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen« (Gebelein) bis zu »Armut ist eine Verkümmerung von Lebensmöglichkeiten« (Benz) reichten die Antworten.

Mit dem Begriff »Hilfe unter Protest« machte Benjamin Benz deutlich, dass es beim Einsatz gegen Armut nicht an erster Stelle um materielle Hilfe gehe. Notwendig seien eine Veränderung struktureller Rahmenbedingungen und sozialpolitische Unterstützung. So wie es den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz gebe, könne es auch ein Recht auf öffentliche Beschäftigung geben.  (ekp/wels)

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