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Präses Kurschus: Fülle und Vielfalt kennzeichnen den Protestantismus

Einfach frei – nicht nur am 31. Oktober

In einer Zwischenbilanz mitten im Jahr des Reformationsjubiläums hat Präses Annette Kurschus die Fülle und Vielfalt der kirchlichen Veranstaltungen auf lokaler, regionaler und überregionaler Ebene hervorgehoben.

»Die Reformation war keine einheitliche Bewegung – die evangelische Kirche feiert 500 Jahre später auch nicht unter einer Dachmarke«, sagte die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen am Donnerstag (1.6.) in Dortmund vor Journalisten.

Die Reformation habe auch Kulturgeschichte geschrieben – das zeigten heute nicht nur besondere Gottesdienste, sondern auch musikalische Ereignisse, Kunstausstellungen, Theater, Literatur- und Bildungsveranstaltungen. In Westfalen steht das Jubiläumsjahr unter dem Motto »Einfach frei«. Das habe für Zustimmung, aber auch Kritik gesorgt, sagte Präses Kurschus und fragte: »Ist das zu schlicht?« Jedenfalls sorge die Doppelbedeutung für Gespräche: Die Kampagne rückt die Botschaft der Freiheit in den Mittelpunkt, die Gott ohne Vorbedingung schenkt. Verbunden ist damit der Hinweis auf den einmaligen Feiertag am Reformationstag, 31. Oktober 2017. An diesem Tag vor 500 Jahren hat Martin Luther seine Thesen gegen den Ablasshandel veröffentlicht. Daraus entwickelte sich eine starke Bewegung, aus der die evangelische Kirche entstand. Der 31. Oktober 1517 gilt als Ausgangspunkt der Reformation.

Luther und viele andere hätten die Grundzüge eines neuen Glaubensverständnisses formuliert, »eines Glaubens, der im Gewissen an Gott gebunden ist und darum innerlich frei und dem Nächsten in Liebe zugewandt.« Die Bibel habe, nicht zuletzt durch Luthers Übersetzung ins Deutsche, neue Bedeutung erhalten: »Die Autorität der Heiligen Schrift und ihre kritische Funktion gegenüber kirchlichen Traditionen und Institutionen sind ein Kennzeichen der Reformation«, sagte Annette Kurschus, die auch Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bibelgesellschaft ist. Die neu revidierte Lutherbibel 2017 ist bereits rund 400.000 mal verkauft und 160.000 mal als App heruntergeladen worden. (Pressemitteilung 50/2017)


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