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auf einen Blick
Nord-Ost-Diözese der Evangelisch-lutherischen Kirche Tansanias feiert 125. Geburtstag

Eine große lebendige Kirche

TANGA - Vor 125 Jahren fing alles an mit den Missionaren der Bethel-Mission aus Bielefeldan: Nach langer, beschwerlicher Schiffsreise über den Ozean kamen sie an der Küste Tansanias an. Die Hafenstadt Tanga war der Ausgangspunkt für die Missionsarbeit in den Usambara-Bergen.

Jetzt, 125 Jahre später, hat in Tanga der Auftakt der Jubiläumswoche zur 125-Jahr-Feier der Nord-Ost-Diözese (NED) der Evangelisch-Lutherischen Kirche Tansanias stattgefunden. Auch Delegationen internationaler ökumenischer Partnerkirchen aus Deutschland, Schweden und den USA sind der Einladung von Bischof Dr. Steven Munga gefolgt.

Predigt von Diakonin Regine Buschmann

Unter Leitung von Bethel-Diakonin Regine Buschmann, zugleich Moderatorin der Vereinten Evangelischen Mission, war auch ein Posaunenchor aus Bethel gekommen, der solo und mit den Posaunenchören der NED zusammen musizierte. Im Auftaktgottesdienst zur Festwoche predigte Regine Buschmann auf Kiswaheli – sie hatte selbst 7 Jahre als Bethel-Missionarin in Tansania gearbeitet.

Die größte Delegation stellte die Evangelische Kirche von Westfalen. Die Kirchenkreise Minden und Vlotho sind der Nord-Ost-Diözese durch Kirchenkreispartnerschaften besonders verbunden. Sie waren je mit einer Delegation unter Leitung ihrer Superintendenten Jürgen Tiemann und Andreas Hunecke vertreten. Das Grußwort für die Landeskirche überbrachte die für Tansania zuständige Regionalpfarrerin Kirsten Potz vom Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung.

Tansanischer Staatspräsident Kikwete zu Gast

Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller predigte auf Bitte von Bischof Munga im großen Open-Air-Festgottesdienst am Sonntag vor mehr als 4.500 Menschen in Tanga. Höchster Ehrengast war an diesem Tage der tansanische Staatspräsident Kikwete. Ihm und Bischof Munga überreichte Möller eine Abbildung des Reliefs, das über dem Eingang des Landeskirchenamtes in Bielefeld hängt: »Jesus mit den Jüngern im Boot – die Sturmstillung«.

Vor 125 Jahren war der Anfang der Mission mühsam und mit Opfern verbunden. Die ersten Täuflinge waren afrikanische Sklavenkinder, die von den Missionaren freigekauft worden waren. Die Missionare hätten durch ihr Auftreten deutlich gemacht, dass sie auf den Ruf Jesu gekommen seien, um den Menschen Tansanias die befreiende Botschaft vom Reich Gottes zu bringen.

Vorreiterin im Bereich Inklusion

Daran erinnerte Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller in seiner Predigt. Aus kleinsten Anfängen ist heute eine große lebendige Kirche geworden, deren Markenzeichen - der Bethel-Tradition entsprechend - die starke Verbindung von Verkündigung und Diakonie ist. Besonders mit der von ihr getragenen Universität mit diakonisch-inklusiver Ausrichtung ist Nord-Ost-Diözese in Tansania zur Vorreiterin der Inklusion von Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft geworden.

Die Anwesenheit des muslimischen Staatspräsidenten Kikwete war ein starkes Zeichen für das friedliche Zusammenleben aller Tansanier, für religiöse Toleranz und den gemeinsamen Einsatz für das Wohlergehen aller, insbesondere der Armen und Benachteiligten. Präsident Kikwete unterstrich, dass gerade angesichts der anstehenden Präsidentschaftswahlen, bei denen in diesem Jahr noch sein Nachfolger gewählt werden soll, das viele Jahre stabile und friedliche interreligiöse Zusammenleben gestärkt werden müsse und Extremisten keine Chance gegeben werden solle.

Langstreckenlauf von Tanga bis zu den Usambara-Bergen

Die Jubiläumsfeierlichkeiten fanden ihre Fortsetzung mit einem Langstreckenlauf der Jugendlichen aus den Gemeinden der Diözese von der Küstenstadt Tanga bis in die Usambara-Berge. In Gemeinden unterwegs wurden Gottesdienste gefeiert und kirchliche Gebäude eingeweiht. Die Läuferinnen und Läufer wurden gastfreundlich aufgenommen und beherbergt. Ihren Abschluss fanden die Feierlichkeiten mit einem großen Gottesdienst in der Kathedrale von Lushoto. Während der Festwoche bestand auch Gelegenheit, die Partnerkirchenkreise zu besuchen und Beziehungen auf Gemeindeebene zu pflegen.

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