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auf einen Blick
»Einfach frei«: Kampagne der Evangelischen Kirche von Westfalen zum Reformationsjubiläum

Ein Paket mit Ideen, Informationen und Werkzeugen

Es ist 33 Zentimeter lang, 24 Zentimeter breit und 17 hoch: das »Basispaket« zum Reformationsjubiläum 2017, das in diesen Tagen an alle 498 Gemeinden der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) verschickt wird. Was ist darin?

Bertold Becker zählt zu den Empfängern. Das Motto »Einfach frei«, unter dem die Kampagne zum Reformationsjubiläum in Westfalen steht, findet der Pfarrer der Evangelisch-Reformierten Kirchengemeinde Bielefeld anregend. »Wenn man der Bedeutung dieser beiden Wörter mal nachgeht, sie dreht und wendet und Fragen dazu stellt, kann die Botschaft der Reformation neu und überraschend deutlich werden.« Das ist das Ziel der Kampagne, zu der das Paket gehört: diese Botschaft der Freiheit, die Gott ohne Vorbedingung schenkt, sichtbar und hörbar zu machen. Verbunden ist damit der Hinweis auf den einmaligen Feiertag am Reformationstag, 31. Oktober 2017.

Das Paket enthält zehn Anstecknadeln mit dem Logo »Einfach frei«. »Die bekommt unser Kirchenöffnungs-Team«, sagt Becker. Das sind zehn Personen, die im Schichtbetrieb als Ansprechpartner ehrenamtlich in der Kirche Dienst tun, wenn diese außerhalb der Gottesdienste geöffnet ist. Dann soll auch das Banner (3 x 1 Meter), das ebenfalls im Paket ist, weithin sichtbar an der Kirche hängen. Die Aufkleber »Einfach frei« möchte Becker an die haupt- und ehrenamtlich in der Gemeinde Mitarbeitenden verteilen: »Vielleicht fährt dann das eine oder andere Auto ein Jahr lang damit herum.«

Das Logo ziert auch einen weiteren Inhalt der Postsendung: Radiergummis. »Das finde ich cool, weil die Reformation dafür steht, dass in Jesus meine Schuld wegradiert ist«, sagt der Theologe. »Dieser Radiergummi ist ein schöner Ausgangspunkt, um darüber ins Gespräch zu kommen.« Die beiden Tassen will er dem gemeindeeigenen Eine-Welt-Laden geben. Beim Kaffeetrinken kann man darauf lesen: »Gottes Gerechtigkeit nimmt weg, was uns belastet. Unsere Schuld ist damit nicht vergessen, sondern benannt, vergeben und überwunden.«

Auch jede Menge schriftliches Material steckt in dem Paket. In dem Magazin zum Reformationsjubiläum, das die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) herausgegeben hat, finden sich sieben Impulse für Predigten, u.a. auch von Präses Annette Kurschus, leitende Theologin der westfälischen Landeskirche. Pfarrer Becker weiß solche Gedankenanstöße für seine Arbeit zu schätzen. Die Einladung zur Tagung: »Die Entdeckung des Individuums« im März 2017 will Becker gerne an sein Presbyterium weitergeben. Bei manchen weiteren Veranstaltungshinweisen fragt der Pfarrer kritisch, wie stark sie auf die Person Luther fixiert seien. Denn: »Es gab noch bedeutende andere Reformatoren wie Zwingli oder Calvin, die nicht in seinem Schatten stehen sollten.«

Am 31. Oktober 1517 hat Martin Luther seine Thesen gegen den Ablasshandel veröffentlicht. Dieses Datum gilt als Ausgangspunkt der Reformation, aus der die evangelische Kirche entstand.(Pressemitteilung 38/2016)

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