Unsere archivierten Nachrichten
auf einen Blick
Einsatz für Geflüchtete

Ehrenamtliche zwischen Integrationsaufgaben und Abschiebedruck

Ehrenamtlich Engagierte bemühen sich unermüdlich für die Belange von Geflüchteten, und dies trotz teils schwieriger politischer und rechtlicher Rahmenbedingungen. Wie können Ehrenamtliche ihre Arbeit dennoch so gestalten, dass bestmögliche Chancen zu Teilhabe und Integration der Geflüchteten erhalten bleiben? Unter dieser Leitfrage stand jetzt im Institut für Kirche und Gesellschaft (Schwerte/Ruhr) die »Praxistagung Flucht und Ehrenamt«.

Es könnte nicht aktueller sein: Kaum ein anderes Thema beherrscht den gesellschaftlichen Diskurs gegenwärtig so stark wie Asyl- und Integrationsfragen von Geflüchteten. Fragen der Abschiebung, Abschottung und Begrenzung der Asylzuwanderung stehen dabei Integrationsbemühungen und der Ermöglichung von Teilhabe an der Gesellschaft gegenüber.

»Das ehrenamtliche Engagement birgt ein wichtiges gesellschaftliches Potenzial. Diesen Schatz zu wahren und zu schützen, ist uns ein besonderes Anliegen. Die Engagierten bilden dabei Brücken in unsere Gesellschaft, damit Geflüchtete teilhaben können. Integration findet vor allem vor Ort in den Kommunen statt und wird von uns unterstützt. Das Projekt ist dafür ein wichtiger Baustein«, erklärte Anton Rütten, Leiter der Abteilung Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW.

Klaus Breyer, Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft, ergänzte: »Mit unserem Projekt wollen wir Engagierte in den Kirchengemeinden begleiten und unterstützen. Dabei gilt es auch, einen Gegenpol zur gesellschaftlichen Stimmung der Abgrenzung und Abschottung zu setzen. Teilhabe und Integration müssen zu zentralen Größen in Politik und Gesellschaft werden.«

Auf der Praxistagung wurden Ergebnisse des IKG-Projektes »Engagiert in Vielfalt« vorgestellt, die die Komplexität der Aufgaben zwischen spontanem Engagement und zunehmenden belastenden Anforderungen dar-stellten. »Die ehrenamtliche Arbeit zu verstetigen und dafür zu sorgen, dass Engagierte am Ball bleiben und auch am Ball bleiben können, das ist gegenwärtig die größte Herausforderung«, unterstreichen die Projektreferentinnen Marion Ziemann und Maike Dymarz. Dieses Ziel war die Basis für den intensiven und vielseitigen Dialog zwischen Verantwortungsträgern in Politik, Kommune, Wohlfahrtsverbänden und den ehrenamtlich Engagierten.

Das Projekt »Engagiert in Vielfalt - Wahrnehmung und Stärkung ehrenamtlicher Arbeit mit Geflüchteten in Stadt und Land« begleitet ehrenamtliche Initiativen der Flüchtlingsarbeit in Stadt und Land und will damit zur Erforschung und nachhaltigen Unterstützung dieser Arbeit beitragen. Das Projekt wird vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW gefördert.

Zurück