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Flugzeugabsturz in den französischen Alpen / Präses Annette Kurschus predigt zum Jahrestag

»Durch Gottes Hand bleiben wir verbunden«

Ein Jahr nach dem Flugzeugabsturz der Germanwings-Maschine 4U 9525 in den französischen Alpen, bei dem 150 Menschen ums Leben kamen, sind Angehörige von Passagieren und Crewmitgliedern, Vertreter der Fluggesellschaften sowie zahlreiche Helferinnen und Helfer zum Gedenken an den Unglückort gekommen.

Am Vorabend des Jahrestages gab es einen ökumenischen Gedenkgottesdienst in Marseille, in dem Präses Annette Kurschus die Predigt zu Psalm 31,16a (»Meine Zeit steht in deinen Händen«) hielt.

Christen, so Kurschus, könnten von Gottes Hand nicht reden, ohne die verletzte und vernarbte Hand eines Menschen zu sehen: die Hand Jesu Christi. Denn mit dieser Hand habe Gott sich selbst bis auf die Haut empfindlich gemacht für unsere Schmerzen: »An dieser Hand erfuhr Gott selbst, was es heißt, das Liebste loslassen zu müssen. Diese Hand streckt Gott nach uns aus; mit ihr umfängt er alle, die wir loslassen müssen. Zärtlich und kräftig und heilsam. Mit dieser Hand nimmt er uns bei unserer Hand, damit wir weitergehen können. Auch in den morgigen Tag. Durch Gottes Hand bleiben wir Lebenden mit denen verbunden, die gestorben sind. Für immer. Durch alle Zeiten. Und in Ewigkeit.«

Die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen, die im vergangenen April – gemeinsam mit dem Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki – bereits die zentrale Trauerfeier im Kölner Dom geleitet hatte, verwies in ihrer Predigt auch auf die Kraft des Gebetes: »Ich weiß nicht, liebe Angehörige, ob Sie beten oder ob es in Ihnen betet. Aber ich weiß, dass im vergangenen Jahr viele Menschen für Sie gebetet haben. Menschen, die Sie kennen. Und sehr viele Menschen, von denen Sie es gar nicht wissen. An vielen Orten allein in meiner Kirche war das so. An vielen anderen Orten in verschiedenen Ländern, in vielen Gotteshäusern verschiedener Sprachen und verschiedener Religionen war es auch so. Und ich bin gewiss: In diesem Jahr wird es wieder so sein. Menschen falten oder erheben die Hände und beten für Sie. Menschen beten mit Ihnen zusammen. Menschen beten auch stellvertretend für Sie.« (Pressemitteilung 12/2016)

Hinweis:
Bei der Traueransprache handelt es sich um eine schriftliche Fassung
, die Präses Annette Kurschus vor Ort mündlich aktualisiert und ergänzt hat.

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