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auf einen Blick
Ev. Kirchenbücher aus Westfalen ab sofort online

Digitalisierte Vorfahren

Westfälische Familienforscher haben allen Grund zur Freude:
Evangelische Kirchenbücher aus dem westfälischen Raum können ab sofort online betrachtet und erforscht werden.

Das Landeskirchliche Archiv in Bielefeld macht Kirchenbuch-Digitalisate von 382 historischen Gemeinden im Internet zugänglich und ist somit die erste Landeskirche, deren Kirchenbuchbestände nahezu vollständig online einsehbar sind. Wo bis vor Kurzem noch ein Besuch im Archiv oder in einzelnen Kirchengemeinden unerlässlich war, kann der Familien- und Ortsgeschichtsforschung nun unabhängig von Öffnungszeiten bequem und zeitlich flexibel nachgegangen werden. Ermöglicht wird dies durch das Kirchenbuchportal Archion, das die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) mit zunächst elf Landeskirchen geschaffen hat. Zielsetzung ist ein gemeinsames Portal zur Präsentation von Kirchenbüchern und weiterer biografischer Quellen, die so der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden.

Die Digitalisierung der rund 7000 evangelischen Kirchenbücher der westfälischen Landeskirche war mit erheblichem Kostenaufwand verbunden, konnte aber über die Haushaltsmittel der westfälischen Landeskirche finanziert werden. Die Bereitstellung über das Kirchenbuchportal Archion wird durch die kostenpflichtige Nutzung der Digitalisate gedeckt. Neben den klassischen Gemeindekirchenbüchern finden sich Zivilregister sowie Militärkirchenbücher. In der Regel endet die Präsentation der dargebotenen Quellen mit der Einführung der Standesämter im Jahr 1875. Harald Müller-Baur, der Geschäftsführer bei Archion, nennt die vollständige Präsentation der westfälischen Kirchenbücher einen ersten »Meilenstein« und blickt zuversichtlich auf kommende Importabschlüsse: »Wir sind auf einem guten Weg − jetzt gilt es bis Ende des Jahres mit den württembergischen Kirchenbüchern auch das zweite Archiv vollständig anbieten zu können.«

Nach einer kurzen Erprobungsphase konnte das Portal im März 2015 seinen Betrieb offiziell aufnehmen. Waren es ursprünglich elf Landeskirchen, sind mittlerweile drei weitere zu den Gründungsmitgliedern hinzugekommen: Die an das Gebiet der Evangelischen Kirche von Westfalen angrenzenden Landeskirchen im Rheinland und in Lippe sowie die Landeskirche in Braunschweig werden ihre Kirchenbücher in Zukunft ebenfalls online zur Verfügung stellen. Nicht angeboten werden Kirchenbücher katholischer Gemeinden. Harald Müller-Baur steht jedoch der »Einbindung katholischer Archive offen gegenüber.«

Die Digitalisierung und Bereitstellung der gefragtesten genealogischen Quellen im Internet löst den Widerspruch zwischen Nutzerorientierung und Bestandserhaltung in idealer Art und Weise. Die Originalquellen können unter optimalen Bedingungen sachgerecht gelagert werden, und doch können Interessierte jederzeit darauf zugreifen. Im Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen wird das Onlineportal als Ergänzung zum bestehenden Angebot betrachtet: Kirchenbücher sämtlicher Kirchengemeinden von Westfalen werden nach wie vor als Digitalisate zur Einsicht im Lesesaal bereitgehalten.

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