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auf einen Blick
Präses Annette Kurschus: Im Krippenkind erhält jedes Menschenkind Würde und Zukunft

Die Welt ist von Grund auf und zu jeder Zeit veränderlich

Gott kommt als verletzlicher, schwacher Mensch zur Welt – in dem Krippenkind gibt er jedem Menschenkind Leben und Würde und Zukunft: In ihren Weihnachtspredigten ermutigte Präses Annette Kurschus dazu, dieses »Kindsein« als Geschenk anzunehmen. Weil Gott Mensch wurde, sei die Welt von Grund auf und zu jeder Zeit veränderlich.

»Wohin wir auch blicken – ob in den Jemen oder nach Somalia, in den Sudan oder in den Kongo, vor die eigene Haustür in Europa oder in die Abgründe unseres eigenen Landes: Da sind so erschreckend wenig Spielräume und Lichtblicke; da scheint manches so erbärmlich aussichtslos und festgefahren und verirrt«, sagte die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen am Ersten Weihnachtsfeiertag (25.12) in der Neustädter Marienkirche Bielefeld. »Aber wir müssen es auch hier nicht von uns aus zwingen, sondern wir dürfen und sollen von aller Welt so denken, wie sie in den Augen Gottes daliegt. Unendlich kostbar schon jetzt. Voll Schönheit und Würde durch den Blick der Liebe. Jeder menschlichen Anstrengung und Fürsorge wert. Weil Gott selbst im Werden bleibt.«

Niemand bleibe angesichts eines neugeborenen Kindes unberührt: »Die zarte Wucht und die verletzliche Kraft des Neuen reißen unwillkürlich mit. Der Schöpfer und Herr aller Welt blickt uns seit jener Nacht von Bethlehem mit Kinderaugen an.« Mit Blick auf den Tod Jesu am Kreuz fügte Präses Kurschus hinzu: »Und seit der Nacht von Golgatha blickt er außerdem mit Vateraugen und Mutteraugen auf die Welt.«

Seit der nächtlichen Geburt in Bethlehem »kann das, was von einem Menschenkind gesagt wird, auch von dem Gotteskind gesagt werden. Und das, was von dem Gotteskind gilt, soll nun auch für jedes Menschenkind gelten«, so Annette Kurschus in dem Fernsehgottesdienst in der Zionskirche Bielefeld-Bethel, der an Heiligabend (24.12.) ausgestrahlt wurde. Nichts verbinde die Menschen so sehr mit Gott wie diese Geburt: »Ab jetzt sind Gott und Mensch, Himmel und Erde grundsätzlich nicht mehr auseinanderzuhalten.«
 

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Datum: 25.12.2017