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auf einen Blick
Präses Annette Kurschus zum Völkermord am armenischen Volk

Die Wahrheit beim Namen nennen

Vor hundert Jahren, am 24. April 1915, begann im Osmanischen Reich der hunderttausendfache Mord am armenischen Volk. Auch Angehörige anderer Volksgruppen, besonders aramäische und chaldäische Christen, waren von Zwangsdeportationen und Massakern betroffen.

Deutschland trägt dafür eine historische Mitverantwortung. Das Kaiserreich war einflussreicher Hauptverbündeter der Türkei im Ersten Weltkrieg. Die deutschen Verantwortlichen wussten genau über die unvorstellbar grausamen Verbrechen Bescheid, unternahmen jedoch nichts dagegen. Informationen darüber wurden in Deutschland von der Zensur unterdrückt.

Es ist notwendig, die Wahrheit beim Namen zu nennen. Gut, dass dies alle im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien tun und die Verbrechen als Völkermord bezeichnen. Denn längst hat die historische Forschung gezeigt: Ziel war die gezielte und systematische Ausrottung.

Die Wahrheit hilft auch den immer stärker werdenden Kräften in der Türkei, die sich für Versöhnung einsetzen. Als Evangelische Kirche von Westfalen sind wir mit den armenischen und den anderen Christen in der Türkei verbunden.“

Terminhinweise zum Gedenken

In der Neustädter Marienkirche in Bielefeld findet am 24. April 2015 um 17.00 Uhr eine ökumenische Andacht zum Gedenken des Völkermords statt. Die Andacht folgt einem Aufruf der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, deren Mitglied auch die Armenisch-Apostolische Kirche ist. In ökumenischer Verbundenheit wird der katholische Dechant Klaus Fussy Prediger sein.

Die Evangelische Stadtakademie Bochum zeigt die Ausstellung »Trail of Tears - Weg der Tränen. 1915 - Aghed, der Genozid an den Armeniern« in ihren Räumen am Westring 26c. Zu sehen sind bis zum 25. Juni Arbeiten der Kunstprofessorin Lisa M. Stybor.

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