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auf einen Blick
Weite wirkt-Festival zog rund 24.000 Menschen nach Halle/Westfalen

Die Herzen und Grenzen öffnen

Der Gottesdienst mit über 4.000 Teilnehmern im Gerry-Weber-Stadion war ein Höhepunkt des Weite wirkt-Festivals in Halle/Westfalen am Sonntag (8.5.). Mit diesem Großereignis hat die Evangelische Kirche von Westfalen ein Jahr vor dem Reformationsjubiläum den Blick auf die weltweite Gemeinschaft der Kirchen gerichtet. In ihrer Predigt sagte Präses Annette Kurschus: »Bedürftig bleiben, angewiesen sein – und gerade so zur Quelle für andere werden, die dann ihrerseits wieder zur Quelle werden für uns: In unserem Land erfahren das viele zum Beispiel im Einsatz für geflüchtete Menschen.« Diese Bedürftigkeit des Glaubens mache nicht arm, sondern reich.

Dazu gehört auch der »Überfluss, der größer wird, wenn ich ihn austeile. Weil Gott ihn gibt. In seinem Sohn Jesus Christus. Für uns. Und durch uns. Und an alle Welt«, so die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW). Sie beschrieb den scheinbaren Widerspruch, dass Gott Leben schenkt, indem er sich bedürftig und sterblich zeigt. Zu den kostbarsten Erfahrungen der weltweiten kirchlichen Partnerschaften gehöre, »dass wir in den anderen Christus entdecken. Überraschend und auf ungeahnte Weise. So, dass es den eigenen Glauben neu weckt und beflügelt.«

Im Vorfeld des Ereignisses habe sich die Präses durchaus auch gefragt: »Übernehmen wir uns nicht?« Doch nun, so erklärte sie zum Abschluss, war sie begeistert und berührt: »Ich spüre die Kraft, die von diesem Festival ausgeht. Ich bin sicher, es stärkt auch die Partnerschaften vor Ort.«

Der namibische Minister für Armutsbekämpfung, Altbischof Dr. Zephania Kameeta (Windhoek), bestätigte der westfälischen Landeskirche, sie habe die Zeichen der Zeit erkannt: Mit ihrem Einsatz für Flüchtlinge und Klimagerechtigkeit setze sie »ein prophetisches Zeichen, um die Herzen und Grenzen zu öffnen«.

Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller erklärte abschließend: »Die Weite war zu spüren. Sie hat gewirkt. Diese Tage waren ein pulsierendes Zeichen dafür, dass Kirche immer den weltweiten Horizont im Blick hat.« Das sei auch deutlich geworden an den 140 Ständen von Gemeinden, Organisationen und Initiativen aus Westfalen, die sich hier präsentierten. Sie hätten gezeigt: »Das Lokale, das Vertraute, die Kirche im Dorf einerseits und das Globale, das Ferne, auch Fremdartige andererseits – beides gehört für Christen zusammen.«

Bis Sonntagmittag zählten die Veranstalter insgesamt etwa 24.000 Teilnehmer. Zu dem Konzert mit Adel Tawil am Freitag kamen 5.600 Besucher; das Oratorium »The Peacemakers« am Samstag mit über 1.000 Sängern aus Südafrika und Westfalen hatte 3.600 Zuhörer. Insgesamt 500 Gäste aus aller  Welt waren dabei, rund 350 Helferinnen und Helfer sorgten für einen weitgehend reibungslosen Ablauf. Etwa 40 Journalisten waren zur Berichterstattung akkreditiert.

Zahlen und Fakten

Gesamtbesucherzahl: ca. 24.000
Eröffnungsveranstaltung: 2.500
Adel-Tawil-Konzert: 5.600
Peacemakers: 3.600 (plus 1.000 Chor- und 120 Orchestermitglieder)

Hauptforum Flüchtlinge: 800
Hauptforum Klima: 350
Hauptforum Kleidung: 600

Abschlussgottesdienst: 4.200

Markt der Möglichkeiten: ca. 140 Stände/Projekte

Programm: ca. 80 Einzelveranstaltungen

offizielle ökumenische Gäste: 61 (6 aus Amerika, 23 aus Afrika, 8 aus Asien und 24 aus Europa) – inkl. der eingeladenen Chöre und Partnerschaftsdelegationen insgesamt ca. 500

Helferinnen und Helfer: ca. 350

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