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auf einen Blick
1. Westfälischer Diakonninnen- und Diakonentag

Diakone aus ganz Westfalen zu Gast in Witten

Erfolgreiche Premiere: Über 120 Diakoninnen und Diakone waren der Einladung der »Arbeitsgemeinschaft Diakonischer Gemeinschaften und Ausbildungsstätten in Westfalen« gefolgt. Am 7. Oktober trafen sich Westfalens Diakoninnen und Diakone im Martineum in Witten zum 1. westfälischen Diakoninnen- und Diakonentag.

Rund 1.200 Diakoninnen und Diakone gibt es in Westfalen. Nach Witten kamen sie aus dem Martineum, aus der Stiftung Nazareth (Bethel) sowie der Ev. Stiftung Wittekindshof. Dazu konnten auch Kollegen aus weiteren Gemeinschaften begrüßt werden, so aus Hamburgs Rauhen Haus ebenso wie dem nordhessischen Hephata.

»Es geht um eine Menge!« – hieß es in der Einladung: Rahmenkonzepte für die Ausbildung, Abstimmung von Ausbildungs- und Berufsprofilen und um Vergleichbarkeit von Abschlüssen und Anstellungen. Wolfgang Roos-Pfeiffer, Gemeinschaftsältester aus Nazareth, stimmte gemeinsam mit fünf Kollegen in den Tag ein: Kurzvideo stellten dar, was diakonisches Handeln ausmacht, in der Hospizarbeit genauso wie in der Jugendarbeit.

Rund um Ausbildung und Anstellung

Die großen Hürden einer einheitlichen Rechtslage rund um Ausbildung und Anstellung der Diakoninnen und Diakone auf EKD-Ebene stellte Thomas Zippert, Prof. an der Fachhochschule Diakonie in Bethel und Vorsitzender der Konferenz der Ausbildungsleiter, dar: In allen Landeskirchen gibt es 60 Gesetze zur Regelung von Ausbildung und Anstellung von Menschen im diakonischen und gemeindepädagogischen Arbeitsfeld. Doch es gibt auch eine Konstante: Bilden, unterstützen und verkündigen stehen immer im Mittelpunkt sowohl der Ausbildung wie im Dienst. Dabei habe mittlerweile die Ausbildung von Kompetenzen die zielgruppenorientierte Ausbildung abgelöst. Die EKD-weit arbeitende Kommission empfehle übrigens eine ähnliche Behandlung dieser Berufsgruppe in Sachen Personalentwicklung und Fortbildung wie im Pfarramt.

Werner Arlabosse von der Stiftung Nazareth berichtete aus der »Gemischten Fachkommission für die Ausbildung im diakonischen und gemeindepädagogischen Bereich« der EKD. Dort werden Mindeststandards für die Ausbildung ebenso definiert wie die Klärung nationaler und internationaler Vergleichbarkeit von Abschlüssen. Aber, so Arlabosse: »Die hohe Qualität steht oft gegen die Formen der Anstellung, die durch Refinanzierung nicht ermöglichen, ausbildungsgerecht anzustellen. Es gibt einen Personalmangel.«

Kommunikation des Evangeliums

Prof. Dr. Dierk Starnitzke vom Wittekindshof ergänzte die Grundfunktion diakonischen Handelns: »Alle Tätigkeiten der Berufsgruppen in Kirche und Diakonie müssen als eine Form der Kommunikation des Evangeliums aufgefasst werden. Das ist Zuspruch und Anspruch für diakonisches Handeln und begründet Ausbildung, Persönlichkeitsbildung und Gemeinschaftsbindung.«

Miteinander ins Gespräch kamen die Teilnehmenden in fünf Workshops. Kooperationen im Sozialraum oder multiprofessionelle Teams und Kirche und Diakonie als Arbeitgeber - der Austausch machte deutlich, wie wertvoll ein solches Treffen auf westfälischer Ebene ist.

Landeskirchenrat Dr. Beese hatte als beobachtender Gast das Schlusswort. Er betonte im Blick auf  sich verändernde Aufgabenverteilungen gerade auch in Gemeinden: »Sie haben bereits jetzt das Mandat zur Verkündigung. In Arbeit ist ein Curriculum, in dem die Qualifizierung zum Verkündigungsdienst inkludiert möglich ist. Damit wäre dann die Einsegnung auch gleich die Beauftragung zur Verkündigung.« Die westfälische Landeskirche führt gerade Pilotprojekte durch, in denen neue Formen der Zusammenarbeit Hauptamtlicher in Gemeinden erprobt werden.

Ein Gottesdienst, vorbereitet  von Studierenden des Martineums, beendete den gemeinsamen Tag. Dass das erste westfälische Treffen der Diakoninnen und Diakone nicht das letzte war, davon waren alle am Ende des Tages überzeugt.

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