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auf einen Blick
Historisches Museum zeigt Westfalens kirchenmusikalisches Erbe

Der Sound der frohen Botschaft

Westfalia non cantat – Westfalen singt nicht. Angeblich. Dass das so nicht stimmt, zeigt die Wanderausstellung »Klang der Frömmigkeit«, die seit Samstag Station im Historischen Museum in Bielefeld macht.

Die Ausstellung vermittelt multimedial Einblicke in die Geschichte der deutschsprachigen Kirchenmusik. Neben bekannten Kompositionen werden auch historische Instrumente, Gesangbücher, religiöse Druckgrafiken, Gemälde und Glockenmodelle gezeigt.

Präses Annette Kurschus zeigte sich in ihrem Grußwort zur Austellungserföffnung erfreut, dass das LWL-Museumsamt die Ausstellung initiiert und durchgeführt habe. Dies sei ein wichtiger Beitrag zum Jahr des Reformationsjubiläums. Denn die Reformation hat sich auch durch Musik verbreitet. »Ohne die vielen neuen oder nach alten Vorlagen umgestalteten Lieder hätte sie längst nicht so einen Zulauf und so eine rasche Verbreitung erlebt,« wie Präses Kurschus weiter feststellte. Für Martin Luther war Musik Mittel der Verkündigung, Geschenk Gottes und Medizin gegen das Böse.

Posaunenchor und Gloriasingen

Die Ausstellung begibt sich auf die Suche nach dem »Sound der frohen Botschaft«. Aufgeteilt ist sie dabei in die Themenbereiche »Reformation und Musik in Westfalen«, »Singebewegung«, »Instrumente«, »politische Instrumentalisierung des Liedes« und »Popmusik«.

Neben Werken überregional bedeutender Musiker werden in der Bielefelder Ausstellung Texte, Kompositionen und Vertonungen von Künstlern aus der Region vorgestellt. Darunter ist etwa das bekannte Weihnachtslied »Ihr Kinderlein kommet«, das auf den Gütersloher Lehrer Friedrich Heinrich Eickhoff zurückgeht, als er im Winter 1829 ein Kindergedicht des Augsburger Domherrn von Schmid mit einer bekannten Melodie des Hofkapellmeisters J. A. P. Schulz verband.

In Westfalen entwickelten sich zudem musikalische Traditionen, wie etwa die Posaunenchorbewegung in Ostwestfalen, das Gloriasingen in Soest, das Kantatefest in Herford oder die Musicals und Oratorien der Stiftung Creative Kirche in Witten. Zudem hat Westfalen bis heute eine bekannte Orgellandschaft.

Die Wanderausstellung über den Einfluss der Reformation auf die Musik ist noch bis zum 29. April im Historischen Museum in Bielefeld zu sehen. Die Sonderschau »Klang der Frömmigkeit« ist ein Gemeinschaftsprojekt des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), des rock 'n' popmuseums Gronau und der Evangelischen Kirche von Westfalen anlässlich des Reformationsjubiläums.

Bis Mai 2018 wird sie noch an weiteren Standorten in der Region präsentiert. Nach Bielefeld gastiert sie im Museum der Stadt Gladbeck. Danach ist sie unter anderem im Daniel-Pöppelmann-Haus in Herford, im Museum Hexenbürgermeisterhaus im lippischen Lemgo und schließlich im Museum Wilhelm Morgner in Soest zu sehen. (Mit Material von epd)

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