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auf einen Blick
Dr. Thies Gundlach, Vizepräsident der EKD, referiert bei Pfarrkonferenz

Christen sollten Ängste ablegen

»Wir Christen haben eine freimachende, angstfreie Botschaft, die wir auch in gesellschaftlichen Fragen deutlich machen sollten«, so Dr. Thies Gundlach, Vizepräsident der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Gundlach sprach  im Rahmen der gemeinsamen Pfarrkonferenz der Kirchenkreise Tecklenburg, Steinfurt-Coesfeld-Borken und Münster im Bürgerhaus Saerbeck.

In der heutigen Gesellschaft seien die Menschen sehr angstbestimmt, gerade in Fragen der Flüchtlingspolitik und der Pegida-Diskussion. »Diese Ängste«, so Gundlach, »müssen wir ablegen, denn christlicher Glaube lebt aus der Freiheit«.

Die Freiheit eines jeden Christen sei nicht die, aber eine wesentliche Quelle für das heutige Verständnis von Menschenwürde und Menschenrechten. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass Aufklärung das gesündeste Mittel gegen Fundamentalismus ist. »Wir haben keine Zeit auf die nächste Generation zu warten: Es ist unsere Herausforderung heute«, so der Vizepräsident weiter.

In einer engagierten Diskussion setzten sich die 50 Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem Münsterland mit Fragestellungen der Reformation auseinander. Auch Superintendent Joachim Anicker rief die Theologen dazu auf, den Geist der Befreiung zu leben. »Wenn wir selber den Geist der Freiheit spüren, erreichen wir damit auch die Menschen« führte er aus.

Gundlach machte deutlich, dass das Reformationsjubiläum 2017 die einmalige Chance bietet, die Freiheit des Glaubens an alle Menschen weiterzugeben. Es geht um den Aufbruch zur Weltgestaltung und Weltverantwortung, dabei sollten Christen durchaus selbstkritisch sein.

»Als Christen müssen wir darüber nachdenken, wie wir Gott neu denken können« führte er aus. Er rief dazu auf, auch Fragen der Ökumene, der lebendigen Sprache in der Predigt und des interreligiösen Dialogs neu zu erschließen. Abschließend gab er den Theologen mit auf den Weg: »Wenn wir Christen Gott neu vertrauen, uns nicht klein machen und aufrecht gehen, dann wird das Reformationsjubiläum für uns alle erfolgreich sein«.  Im Plenum wurden erste Planungen der drei Kirchenkreise zu Veranstaltungen im Reformationsjahr vorgestellt.

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