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auf einen Blick
Projektkongress »Nachhaltigkeit nimmt Quartier«

Chancen für benachteiligte Stadtviertel

Das »Muss« einer nachhaltigen Quartiersentwicklung und die Wege, wie betroffene Stadtviertel und ihre Bewohnerinnen und Bewohner von einem Mehr an Umwelt- und Beteiligungsgerechtigkeit profitieren können waren die Themen des Projektkongress »Nachhaltigkeit nimmt Quartier« in der Akademie Mont-Cenis, Herne. Über 100 Teilnehmende diskutierten und erörterten in Workshops und Podiumsdiskussionen die Chancen integrierter Konzepte für benachteiligte Stadtviertel.

»Auf unserem Kongress wollen wir versuchen die ›Nachhaltigkeit‹ und das ›Quartier‹ konstruktiv ins Gespräch zu bringen. Wir fragen danach, wie eine nachhaltige Entwicklung in den benachteiligten Stadtteilen aussehen muss, so dass sie nicht nur das große Ganze sondern ganz konkret die Sorgen und Bedürfnisse der Menschen vor Ort im Blick hat«, beschrieb Pfarrer Klaus Breyer, Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft, das Anliegen der Tagung.

Das Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen ist Träger des Projektes »Nachhaltigkeit nimmt Quartier«, das ausführlich vorgestellt wurde. Ein zentraler Punkt des Projektes ist, das sich die Anwohner der Viertel an der Entwicklung beteiligen und ihre Interessen und Bedürfnisse einbringen. Sie sollen die Zukunft ihres Quartiers maßgeblich mitgestalten. Auch Kirchengemeinden und Kirchenkreise werden ermutigt, sich aktiv in die Gestaltung ihrer Stadt einzubringen. Wissenschaftlich unterstützt wird das Projekt von der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW. Die Förderung hat die Deutsche Bundesstiftung Umwelt übernommen. Modellkommunen sind die Städte Herne, Bochum und Castrop-Rauxel.

Interdisziplinäres Arbeiten ist gefragt

Grundsatzreden von NRW Umweltminister Johannes Remmel und Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), eröffneten den Kongress. »Das 21. Jahrhundert ist das Jahrhundert der Städte. Die nachhaltige Quartiersentwicklung muss – besonders dort, wo sie bisher nicht im Blickpunkt lag – zentrale Aufgabe der Kommunen sein«, unterstrich Dr. Heinrich Bottermann in seinem Vortrag den Signalcharakter des Vorhabens.

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussionen – Experten aus Politik, Wissenschaft, Kirchen, Kommunen und Zivilgesellschaft – waren sich darin einig, dass interdisziplinäres Arbeiten gefragt ist. Über alle Ressorts hinweg müsse an einem Strang gezogen werden, um die betroffenen Stadtviertel bei ihrer Erneuerung zu unterstützen. Ein Grund, warum sich die Kirche in den Quartiersprojekten engagiert und damit eine ungewöhnliche Kooperation mit den Stadtverwaltungen eingeht. Albert Henz, theologischer Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen erläutert: »Heute ist weder der Einzelne, noch der Familienverband, noch eine einzelne Institution - sei es Kommune, Wohlfahrtsverband oder Kirche – allein in der Lage, die vielfältigen Probleme in benachteiligten Quartieren zu lösen. Kooperation, gemeinsame Ressourcennutzung und vor allem Aktivierung der Betroffenen sind angesagt.«

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