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Westfälische Konfirmandenbeauftragte: Konfirmation ist »Flaggschiff evangelischer Bildungsarbeit«

Chance für die Kirche

Die Konfirmation hat nach Ansicht der kirchlichen Expertin Iris Keßner nicht an Attraktivität bei der Jugend verloren. Mit rund 200.000 Konfirmanden jährlich in Deutschland sei die Konfi-Zeit »das Flaggschiff der Bildungsarbeit der Kirche«, sagte die Beauftragte für Konfirmandenarbeit in der westfälischen Kirche der evangelischen Wochenzeitung »Unsere Kirche« (Ausgabe 14. Mai). 

In der modernen Konfi-Arbeit gehe es nicht um Belehrung oder das reine Weitergeben von Inhalten durch Auswendiglernen. Zentraler Bestandteil sei das Erleben und Entdecken von Leben und Glauben in der Gemeinschaft, betonte die Theologin.

So hätten sich mittlerweile Freizeiten und Konfi-Camps durchgesetzt, die oft im Zusammenschluss von mehreren Kirchengemeinden und der Einbindung der Jugendarbeit stattfänden. Erlebnispädagogische und spirituelle Angebote wechselten sich dabei ab. So gebe es täglich Andachten oder Bibelarbeiten, kombiniert mit Workshops, Abendevents und besonderen Jugendgottesdiensten, zählte die Expertin auf. Auch die Arbeit in der Gemeinde zur Vorbereitung auf die Konfirmation sei stärker auf die Bedürfnisse der Jugendlichen zugeschnitten mit verschiedenen Zeitmodellen. Einige Gemeinden böten zudem einen ersten Konfi-Teil bereits in der Grundschule an, um Eltern stärker einzubinden.

Die Konfirmandinnen und Konfirmanden würden während ihrer Zeit in der Gemeinde von einem Team aus Pfarrern und Ehrenamtlichen begleitet. Vor allem die Betreuer aus der Jugendarbeit »sind nah dran an den Konfirmanden, wissen und fühlen, wie die Jüngeren ticken«, sagte Keßner. Nach der Konfirmation engagierten sich dann gar nicht so wenige selbst im evangelischen Jugendbereich.

Handlungsbedarf sieht die westfälische Konfirmandenbeauftragte bei der weiteren Arbeit mit Jugendlichen. »Sie haben schon den Eindruck: Kirche ist irgendwie gut«, sagte Keßner. »Aber viele empfinden leider auch: Für mich persönlich gibt es da letztlich keinen Ort, ich bin nicht gemeint.« Das gelte für Gottesdienste, Gemeindegruppen und weitere Angebote. Hier müsse die Kirche anknüpfen: »Wenn wir unsere Türen öffnen, die jungen Menschen ernst nehmen, auch mit ihren Ideen und gestalterischen Beiträgen, wenn wir uns wirklich auf sie einlassen: Dann ist das die Chance für die Kirche.« (epd)

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