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auf einen Blick
Kirchen feiern ökumenische Vesper in koptisch-orthodoxem Kloster

»Bittet, so wird euch gegeben«

Rund 500 Menschen waren der Einladung zur diesjährigen Ökumenischen Vesper der Landeskirchen und Bistümer in Westfalen und Lippe gefolgt. Zum ersten Mal fand dieser Vespergottesdienst im Koptisch-Orthodoxen Kloster in Brenkhausen vor der barocken Fassade des ehemaligen Zisterzienserklosters statt.

Zahlreiche Mitwirkende waren an der Gestaltung der Vesper unter freiem Himmel beteiligt, die unter dem Motto »Bittet, so wird euch gegeben« aus dem Matthäusevangelium stand. Bischof Anba Damian erinnerte an die Geschichte dieses Klosters, das bis heute ein Ort des Gebetes ist.

»Gebete um die Einheit der Kirchen, aber auch für Christen in aller Welt, die ihren Glauben nicht frei von Bedrohung und Verfolgung leben können, sind das Ziel der Vesper im Reformationsjahr 2017«, so Pfarrer Gunnar Grahl von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirche.

Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, betonte: »Wo Christen gemeinsam handeln, zusammenstehen und für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung in dieser Welt eintreten, wo sie zusammen beten und sich gemeinsam auf Christus ausrichten, da wächst der Glaube und berührt die Herzen der Menschen. Christus ist unsere Mitte. Er schafft Einheit und Gemeinschaft unter uns und führt die Menschen aus allen Ländern dieser Erde zusammen.«

Als Zeichen der Gemeinsamkeit der drei großen christlichen Bekenntnistraditionen entzündete sie mit Weihbischof Manfred Grothe aus dem Erzbistum Paderborn und Erzbischof Mor Philoxenus M. Nayis für die Syrisch-Orthodoxe Kirche die Altarkerzen an der Osterkerze.

Predigt von Landessuperintendent Dietmar Arends

In seiner Predigt ermutigte Landessuperintendent Dietmar Arends dazu, das Gebet nicht nur als etwas sehr Persönliches zu betrachten, sondern auch als Ausdruck der Beziehung zu Gott. Er verglich Gott mit einem Freund, zu dem der Bittende auch mitten in der Nacht kommen kann. »Die Betenden der Bibel haben oft Gottes wundervolle Nähe erfahren, aber manchmal auch hart um sie ringen müssen«, sagte der Landessuperintendent. Er machte Mut, »sich die leeren Hände von Gott füllen zu lassen«, damit »unser Beten in Handeln mündet«.

Auch Erzpriester Dimitrios Tsompras von der Griechisch-Orthodoxen Metropolie, Volker Neuhoff, Superintendent des Kirchenkreises Paderborn, sowie Kinder und Jugendliche aus der Nachbarschaft des Klosters waren am Gottesdienst beteiligt. Musikalisch wurde die Vesper von der Blaskapelle Brenkhausen begleitet. Im Rahmen des anschließenden Empfangs führten die Ägyptologin Daniela Rutica und Pfarrer Dr. Christian Hohmann durch die neue Ausstellung zum Thema »Die Koptische Kirche in Ägypten in Geschichte und Gegenwart«.

Der ökumenische Vespergottesdienst findet seit 1999 im jährlichen Wechsel in katholischen und evangelischen Kirchen statt. In diesem Jahr fand die Vesper im Rahmen eines ökumenischen Dorf-Kirchentags statt, zu dem das koptisch-orthodoxe Kloster in Höxter-Brenkhausen eingeladen hatte. Vor dem Vespergottesdienst hatte der koptisch-orthodoxe Bischof Damian gemeinsam mit der westfälischen Präses Kurschus einen restaurierten Klosterweg eröffnet, der die beiden Ortsteile von Brenkhausen verbindet. Der Weg wurde den Angaben nach auf Initiative des Dorfausschusses und unter Beteiligung der westfälischen Landeskirche saniert. (mit Material von epd)

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