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auf einen Blick
Entscheidung über Bischofstitel in westfälischer Kirche vertagt

»Bischof« oder »Präses«

Die Evangelische Kirche von Westfalen hat ihre Entscheidung darüber aufgeschoben, ob die Dienstbezeichnung der leitenden Theologen künftig »Bischof« statt »Präses« lauten soll.

Die Kirchenleitung solle nun »prüfen, wie durch die Amtsbezeichnung der geistliche Charakter des Amtes und die Rolle der oder des Präses in der Kommunikation nach innen und außen verständlicher gemacht werden kann«, entschied die Landessynode am Donnerstag in Bielefeld. In einem Jahr soll dem Kirchenparlament über die Ergebnisse berichtet werden.

Vor einem Jahr war in der Synode beantragt worden, dem obersten Repräsentanten der viertgrößten deutschen Landeskirche während seiner Amtszeit den Bischofstitel zu verleihen. Begründet wurde dies damit, dass die Amtsbezeichnung »Bischof« in der Öffentlichkeit besser verstanden werde als das Wort »Präses« (Lateinisch für »Vorsitzende/r«), das heute vielen Menschen nicht mehr bekannt sei.

Ein klare Mehrheit von 18 der 28 westfälischen Kirchenkreise sprach sich jedoch in der Zwischenzeit gegen eine Umbenennung des obersten Hirtenamts der Landeskirche aus. Zur Begründung hieß es unter anderem, der Titel »Bischof« sei durch die katholische Kirche stark geprägt und weise auf eine hierarchische Kirchenstruktur hin.

Die Kirchenkreise machten auch eine Reihe von weiteren Vorschlägen. Dazu gehören eine Harmonisierung der Dienstbezeichnungen innerhalb der 20 Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und eine Entflechtung der Aufgaben des Präses-Amts.

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Datum: 17.11.2016