Unsere archivierten Nachrichten
auf einen Blick
Medienethik-Preis für Beitrag über Platt sprechende Flüchtlinge

»Bei uns da sagt man Nodda!«

Für ihre Interview-Serie über Mundart sprechende Flüchtlinge im Siegerland wurden Marco Federhen, Tobias Zabel und Steffen Ziegler von Radio Siegen mit dem Medienethischen Sonderpreis 2017 der katholischen und evangelischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

Die drei Mitarbeiter von Radio Siegen sprachen für die Reihe unter der Überschrift »Bei uns da sagt man NODDA!« mit Flüchtlingen und brachten ihnen dabei auch den örtlichen Dialekt nahe. »Nodda« ist im Siegerländer Platt der Ausdruck für »Auf Wiedersehen«. Dabei haben sie das wichtige Thema Integration mit einem Augenzwinkern und einem gehörigen Schuss Selbstironie vermittelt, hieß es bei der Vergabe der diesjährigen Hörfunkpreise der Landesanstalt für Medien (LfM) in Düsseldorf.

Das immer wieder vorgetragene Mantra, wie wichtig es ist, die Sprache zu lernen, werde ohne erhobenen Zeigefinger und eher beiläufig dem Hörer nahegebracht, begründete die Jury. Nebenbei erfahre man eine Menge über die Lebensgeschichte der Menschen, die hier Zuflucht gefunden haben. Das Ganze sei dabei sehr unterhaltsam gemacht und »im besten Sinn ein Beispiel für konstruktiven Journalismus«.

Zur Jury gehören Gottfried Bohl (KNA -  Katholische Nachrichtenagentur), Dr. Stephan Kronenburg (Bistum Münster), Ingo Lehnick (epd - Evangelischer Pressedienst) und Pastor Christoph Neumann (Freie Evangelische Gemeinde).
Lobende Erwähnungen fanden auch der Beitrag »Laufen für Sina« von Radio 91.2 über eine Spendenaktion für ein herzkrankes Kind und das Porträt einer blinden Praktikantin von Welle Niederrhein zum Welt-Braille-Tag.

Der Medienethische Sonderpreis ist mit 2500 Euro dotiert. Die Kirchen in NRW wollen damit Beiträge im lokalen Hörfunk besonders würdigen, die soziale, caritative, religiöse oder wertevermittelnde Themen aufgreifen. Das sagen Kirchenrat Volker König, Leitender Dezernent für Politik und Kommunikation im Landeskirchenamt der rheinischen Kirche, und Ulrich Lota, Pressesprecher im Bistum Aachen, die für die Kirchen Mitglieder in der  Medienkommission der LfM sind.

Zurück