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Evangelischer Altbischof Kameeta wird Minister für Armutsbekämpfung und Sozialfürsorge - Erfolgreiches Modellprojekt mit Unterstützung der westfälischen Landeskirche

Bedingungsloses Grundeinkommen in Namibia?

NAMIBIA/WESTFALEN - Namibia könnte bald als erstes Land der Welt ein bedingungsloses Grundeinkommen einführen. Der evangelische Theologe Zephanja Kameeta, der dieses Projekt als Bischof seit Jahren vorangetrieben hat, ist jetzt Minister für Armutsbekämpfung und Sozialfürsorge.

Namibias Premierminister und designierter Präsident Hage Geingob hat Altbischof Kameeta am Samstag (21.3.) zum ersten Chef dieses neu geschaffenen Ministeriums ernannt. Seine Aufgabe ist es, den generellen Lebensstandard in dem südafrikanischen Land anzuheben.

Seit 2008 erhält jeder Einwohner des Dorfes Otjivero ein Grundeinkommen, englisch Basic Income Grant (BIG), von umgerechnet sieben Euro monatlich – ein Pilotprojekt, das die Evangelisch-Lutherische Kirche in Namibia unter ihrem damaligen Bischof Kameeta begonnen hat und das bis heute andauert. Maßgebliche Unterstützung gab die Evangelische Kirche von Westfalen. Seit Beginn des Pilotprojektes sind Armut, Krankheit und Kriminalität in Otjivero erheblich zurückgegangen.

Premierminister Geingob bezeichnete die weit verbreitete Armut im Lande als die größte Herausforderung Namibias. Das Ziel sei, jedem eine angemessene Unterkunft und hinreichend Nahrung zu bieten. Dass das gelingen kann, zeigt das Modell Otjivero: In dem Dorf (1.000 Einwohner) ist der Anteil der unterernährten Kinder seit 2008 von 42 auf 17 Prozent gesunken. Dank der Grundversorgung können Eltern ihre Kinder zur Schule schicken. Die Quote von 90 Prozent liegt dabei deutlich über dem Landesdurchschnitt. Ebenso bietet die finanzielle Unterstützung den Menschen die Möglichkeit, sich im Falle einer Krankheit medizinisch versorgen zu lassen. Die Beschäftigungsquote ist seit der Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens von 36 auf 48 Prozent gestiegen, während die Kriminalitätsrate um 60 Prozent zurückgegangen ist.
Namibia gehört zu den Ländern mit dem größten Gefälle zwischen Reich und Arm.

Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller (Bielefeld) gratulierte Altbischof Kameeta im Namen der Evangelischen Kirche von Westfalen zu seinem neuen Amt. Er sei genau der richtige Mann am richtigen Platz, um erfolgreich für Arme und Benachteiligte zu kämpfen. Im August wird die westfälische Präses Annette Kurschus mit einer Kirchenleitungsdelegation Namibia besuchen.

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