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Kloster Dalheim

Ausstellung über Lutherbild der letzten hundert Jahre eröffnet

Eine Ausstellung über den Wandel des Lutherbildes der letzten 100 Jahre ist am Sonntag im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur in Dalheim eröffnet worden.

Die Schau »Luther. 1917 bis heute« zeigt unterschiedliche Luther-Darstellungen als Spiegel der Zeit. Mit 300 Exponaten auf 800 Quadratmetern führt die Ausstellung durch die jüngsten 100 Jahre der deutschen Geschichte, beginnend mit der 400-Jahr-Feier der Reformation im Kriegsjahr 1917 über die Zeit des Nationalsozialismus und das geteilte Deutschland bis in die Gegenwart.

Die Schau wurde vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche von Westfalen konzipiert. Zu sehen sind unter anderem Darstellungen Luthers in der DDR, die im Jahr 1983 zum 500. Luther-Geburtstag den Reformator als vor-sozialistischen Revolutionär feierte.

Auch die Vereinnahmung Luthers durch den Nationalsozialismus wird dargestellt. Zugleich wird gezeigt, wie sich auch Gegner des Nationalsozialismus wie der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer auf Luther beriefen. Auf das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 verweisen zudem zahlreiche Werbeartikel wie die Playmobilfigur Martin Luthers.

Ein besonderes Objekt unter den Ausstellungsstücken ist der sogenannte »Tetzelkasten«. In der Truhe hütete der Ablassprediger Johann Tetzel (1465-1519) seine Einnahmen aus dem Ablasshandel, mit denen sich Gläubige von ihren Sünden freikaufen sollten. Im Jahr 1517 brandmarkte Luther in seinen 95 Thesen diesen Ablass. Das war der Beginn der Spaltung, die schließlich zur Geburt einer von Luther und anderen Reformatoren propagierten evangelischen Kirche führte.

Zur Eröffnung sprach die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus, ein Grußwort. Die Schirmherrschaft hat Bundespräsident Joachim Gauck übernommen. Die Schau ist bis zum 12. November 2017 zu sehen. (epd)

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Datum: 31.10.2016