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auf einen Blick
Vorschlag für eine verständliche Amtsbezeichnung, die der Wirklichkeit entspricht

Aus »Präses« könnte »Bischof« werden

Was ein Bischof ist, weiß jeder. Aber was ist ein Präses? Weil das weit weniger bekannt ist, kam aus der Synode der Evangelischen Kirche von Westfalen die Initiative, die Bezeichnung des leitenden Theologen oder der leitenden Theologin zu ändern.

«Bisher lautet diese Bezeichnung »Präses«. Der Dortmunder Superintendent Ulf Schlüter hat in Absprache mit Kollegen am Montag (16.11.) den Antrag gestellt, »dieses Amt so zu bezeichnen, dass es heute überall verstanden wird«. Die Kirchenordnung soll so ergänzt werden, dass der oder die Präses für die Dauer der Amtszeit den Titel »Bischof« oder »Bischöfin« führt, heißt es in dem Antrag. Ein entsprechender Gesetzentwurf soll der Synode in einem Jahr zur Entscheidung vorliegen.

Faktisch entspricht das Präsesamt in der westfälischen Landeskirche ohnehin dem bischöflichen Amt, erklärte Schlüter. Zu diesem Amt gehört nicht nur die Leitung der Kirchenleitung und des Landeskirchenamts, sondern laut Kirchenordnung ist es auch »das Hirtenamt an den Gemeinden«. Deshalb: »Die vornehmste Aufgabe der oder des Präses ist der Dienst der Verkündigung und der Seelsorge. Sie oder er besucht die Gemeinden, insbesondere die ordinierten Amtsträgerinnen und Amtsträger, um ihnen mit Beratung, Mahnung und Tröstung zu dienen», so die Kirchenordnung. Dem Präsesamt seien demnach alle bischöflichen Funktionen zugeordnet, betonte Schlüter: »Wir haben eine Bischöfin oder einen Bischof. Wenn wir uns und unsere Kirchenordnung ernst nehmen, dann ist das längst so. Wir müssen uns nur trauen, das auch zu sagen.« Darüber, so sein Vorschlag, sollte die Synode »in Ruhe, gründlich und nüchtern im nächsten Jahr beraten«.

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