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auf einen Blick
Westfälische Friedensbeauftragte predigt im Gottesdienst zur Interkulturellen Woche

Aufruf zu mehr Dialog und Verständigung

Mit einem ökumenischen Gottesdienst im Dom zu Münster ist am Samstag (24.9.) die diesjährige Interkulturelle Woche zentral für Nordrhein-Westfalen eröffnet worden. Die Friedensbeauftragte der westfälischen Landeskirche, Pfarrerin Meike Friedrich, rief angesichts wachsenden Rechtspopulismus und immer mehr rechtsextremer Gewalt in ganz Europa dazu auf, mutig für eine offene Gesellschaft einzutreten »und sich nicht abzuschotten«.

In ihrer Predigt ermutigte die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Münster, trotz aller Probleme bei der Aufnahme von Flüchtlingen, ohne Angst aufeinander zuzugehen. Auch wenn es unendlich anstrengend sei, immer wieder miteinander zu kommunizieren und gegenseitiges Verständnis aufzubringen für Meinungen und Entscheidungen, »die kaum mit der eigenen Meinung kompatibel zu sein zu scheinen«.

Friedrich beklagte, dass immer mehr Menschen nach Entscheidungen und Maßnahmen verlangten, die in einem demokratischen Rechtsstaat keinen Platz haben dürften. »Wenn man alles zusammenfasst, lauten die Parolen heute ganz unverhohlen in Europa und darüber hinaus: Wir wollen die Einheitlichkeit, um der Vielfalt entgegenzutreten. Und wer in diese Einheitlichkeit nicht hineinpasst, der fliegt halt raus.« Das Motto der Interkulturellen Woche »Vielfalt – Das Beste gegen Einfalt« sei mehr als passend in einer Zeit, in der völlig andere Töne zu hören seien.

Den Gottesdienst zur zentralen Eröffnung der Interkulturellen Woche wurde von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) ausgerichtet. Die Liturgie gestaltete der katholische Münsteraner Stadtdechanten Jörg Hagemann, der deutlich machte: Aus dem gemeinsamen Kennenlernen könne Freundschaft entstehen und auch Frieden werden. Das Cactus Junges Theater sowie der Ökumenische Chor Münster wirkten musikalisch mit. Außerdem wurden Grußworte der Moscheegemeinden und der jüdischen Kultusgemeinde verlesen. Für den Integrationsrat der Stadt Münster stellte dessen Vorsitzender Ömer Lütfü Yavuz fest: »Flüchtlinge zeigen eine enorme Bereitschaft, sich zu integrieren und sich für Deutschland einzusetzen. Die Politik sollte deren Potenziale erkennen und fördern, um zu merken, welche Werte Flüchtlinge für das Land schaffen können.«

Die Interkulturelle Woche findet seit rund 40 Jahren immer Ende September statt. Das Motto lautet wie schon im Vorjahr »Vielfalt – Das Beste gegen Einfalt«. In zahlreichen Städten und Orten in ganz NRW finden dazu zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen statt, bei denen die Kirchen und Religionsgemeinschaften beteiligt sind.
 
 

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