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auf einen Blick
Jubiläumstagung: Pädagogisches Institut blickt auf 15 Jahre Supervision für Lehrerinnen und Lehrer zurück

»Auch Lehrer haben ein Recht ›Nein‹ zu sagen!«

SCHWERTE/WESTFALEN - Angesichts von multikulturellen Klassen, Unruhe und Unkonzentriert der Schülerinnen und Schüler sowie einer nie enden wollenden Reformflut, fällt es Lehrerinnen und Lehrern oft schwer, die innere Gelassenheit zu bewahren.

Umso aufmerksamer folgten zahlreiche Pädagoginnen und Pädagogen den Ausführungen von Professor Heinrich Dauber (Kassel), wie es dennoch gelingen kann, eine persönliche und berufliche Balance zu finden. Dies alles fand im Rahmen der Jubiläumstagung »15 Jahre Supervision für Lehrerinnen und Lehrer« statt, zu der das Pädagogische Institut nach Schwerte-Villigst eingeladen hatte.

Dauber machte unmissverständlich klar, dass es nicht mit ein paar schnellen Tipps und Tricks getan sei. Im Beruf gesund zu bleiben sei ein Prozess, eine Kunst, die der kontinuierlichen Aufmerksamkeit und Kreativität bedürfe. Ein erster entscheidender Schritt sei dabei der achtsame Umgang mit sich selbst. Dieser zeige sich etwa darin, wertungsfrei zum tatsächlichen Befinden zu stehen. So könnten Lehrerinnen und Lehrer ein ›Selbst-Bewusstsein‹ entwickeln, Druck und innere Spannungen nicht zu unterdrücken, sondern anzunehmen.

In einem weiteren Schritt gehe es darum, die eigenen Ressourcen präziser wahrzunehmen. So könne sich ein individuelles Netz entfalten, das in kritischen Situationen auffangen könne. Der entscheidende Beitrag, den Supervision dabei leisten kann, bestehe darin, dabei behilflich zu sein, neue Deutungsmuster zu finden, die aus dem passiven ›Erleiden‹ in die aktive Gestaltung der eigenen Situation führten. Wenn das gelinge, sei Supervision kein Reparaturdienst und kein Herumkurieren an Symptomen, sondern ein Weg, der die eigenen Potentiale freilegt und stärkt.

Im Anschluss an den Hauptvortrag wurde Thema durch Experten aus den Bereichen Schule, Gesundheitswesen und dem Supervisionsdachverband DGSv vertieft. Diskutiert wurde unter anderem die Frage, warum Lehrerinnen und Lehrer nicht kostenlos und innerhalb der Arbeitszeit Supervision in Anspruch nehmen können, wie dies in vielen anderen sozialen und pädagogischen Berufen der Fall ist. Eindrucksvoll und nachhaltig war das Abschlussstatement Daubers zu neuen Aufgaben und Reformen im System Schule. Es gelte auch ›Nein‹ sagen zu dürfen, um die eigene Gesundheit zu erhalten. Diese Ermutigung wurde von den Gästen mit kräftigem Applaus begrüßt.

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