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Spitzengespräch im LKA / Aktuelle Herausforderungen und gemeinsames Engagement

Arbeitsagenturen und Kirche im Gespräch

Präses Annette Kurschus und Vizepräsident Albert Henz trafen sich Anfang Juli mit den Leiterinnen und Leitern der regionalen Agenturen für Arbeit zum Spitzengespräch im Landeskirchenamt in Bielefeld.

Bei der Vorstellung der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) stellte die Präses besonders das gesellschaftliche Handeln heraus, das sich auch im Engagement für erwerbslose Menschen zeigt. Thomas Richter von der Agentur für Arbeit in Bielefeld, erläuterte die Aufgaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) angesichts der aktuellen Herausforderungen und betonte deren Anspruch: »Wir bringen Menschen und Arbeit zusammen«. Der Landeskirche wie der BA liegt daran, Arbeitslosigkeit weiter zu bekämpfen und dabei auf die regionalen Unterschiede und Besonderheiten einzugehen, die kommunale Infrastruktur und die Kompetenzen unterschiedlicher Kooperationspartner zu nutzen.

In Gelsenkirchen, so der dortige Agenturleiter Karl Tymister, stelle sich die Lage zum Beispiel auch wegen der großen Zuwanderung von Menschen aus Südosteuropa völlig anders und mit einer Arbeitslosenquote von ca. 14 Prozent auch prekärer dar als etwa in Coesfeld. Dort liege die Quote bei 3,4 Prozent. Für die dort stark vertretenen kleinen und mittelständischen Unternehmen sei es inzwischen oft schwierig, Fachkräfte zu finden. Aber auch in den Regionen mit geringen Arbeitslosenzahlen verfestigt sich die Langzeitarbeitslosigkeit. Das gemeinsame Papier der evangelischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen, der Diakonie und des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum Thema Langzeitarbeitslosigkeit war Ausgangspunkt einer angeregten und anregenden Diskussion. Es wurde intensiv darüber nachgedacht, wie ein sozialer Arbeitsmarkt mit wertschöpfenden Arbeitsplätzen gestaltet werden kann, der keine Wettbewerbsverzerrung bewirkt.

Die Entwicklung der Konjunktur wirkt sich derzeit positiv auf den Arbeitsmarkt aus und die Arbeitslosenzahlen sind gesunken. Gegen die Langzeitarbeitslosigkeit gilt es Maßnahmen zu entwickeln, die auch geringqualifizierte oder durch schwierige persönliche Lebensumstände von Arbeitslosigkeit Betroffene in Arbeit bringen. Hier sei häufig psycho-soziale Begleitung unerlässlich. Die Diskussionsbeteiligten waren sich einig, dass das derzeit von der BA erprobte Konzept der lebensbegleitenden Berufsberatung in der Vermeidung von und in der Beseitigung der Langzeitarbeitslosigkeit die richtige Antwort ist.

BA und EKvW werden den Austausch intensivieren und Möglichkeiten der Zusammenarbeit auch vor Ort prüfen. Dabei können Kontakte der Kirchengemeinden hilfreich sein, so Vizepräsident Albert Henz, und manch kirchliche Einrichtungen selbst würde sich als Kooperationspartnerin auch auf dem Arbeitsmarkt anbieten.

Teilnehmende des Gesprächs waren:
Thomas Richter (Bielefeld), Rüdiger Matisz (Paderborn), Oliver Schmale (Meschede-Soest), Christian König (Ahlen-Münster), Johann Meiners (Coesfeld), Thomas Helm (Hamm), Frank Thiemann (Recklinghausen), Martina Würker (Dortmund), Karl Tymister, (Gelsenkirchen), Marcus Weichert (Hagen), Sandra Pawlas (Iserlohn), Carsten Tillmann (Siegen), Heinz-Josef Müller (Rheine) und Frauke Schwietert (Herford) nahmen an dem Gespräch seitens der Agenturen für Arbeit teil. Weitere Vertreter der Landeskirche waren Landeskirchenrat Henning Juhl, Landeskirchenrat Dr. Thomas Heinrich und Pfarrerin Heike Hilgendiek (Institut für Kirche und Gesellschaft).

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