Unsere archivierten Nachrichten
auf einen Blick
Altpräses und »Wort-zum-Sonntag«-Sprecher Alfred Buß wird 70 Jahre alt

Aktiv und engagiert

Herzlichen Glückwunsch! Der frühere westfälische Präses Alfred Buß wird heute 70 Jahre alt. Er stand von 2004 bis 2012 als Präses an der Spitze der Evangelischen Kirche von Westfalen, die mit 2,3 Millionen Mitgliedern die viertgrößte Landeskirche in Deutschland ist.

Und auch im Ruhestand ist er noch vielfältig aktiv und engagiert: Vom diesjährigen Deutschen Evangelischen Kirchentag soll Buß in der ARD live aus Wittenberg das »Wort zum Sonntag« sprechen. Zudem will er in Berlin in der Halle der westfälischen Landeskirche für den darauffolgenden Kirchentag 2019 in Dortmund werben.

Mit den Kirchentagen in Berlin und Wittenberg und im Jahr 2019 in Dortmund verbindet Buß die Hoffnung, dass Mauern in den Köpfen und Herzen der Menschen abgebaut werden. Die letzten Kirchentage im Ruhrgebiet hätten 1963 nach dem Berliner Mauerbau und 1991 nach dem Mauerfall stattgefunden und daher immer mit der innerdeutschen Mauer zu tun gehabt. Jetzt seien die Mauern in den Köpfen und Herzen dran: »Sie erscheinen unsichtbar, sind aber heftig zu spüren.«

Als Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen lassen ihn auch aktuelle Entwicklungen in der Weltpolitik nicht kalt. Als verheerend kritisiert er die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Abwendung vom Klimaschutz in den USA. »Damit schadet Trump der ganzen Welt und auch den USA«, sagt Buß, der als Präses der westfälischen Kirche zu den Spitzenvertretern der bundesweiten Klima-Allianz gehörte. Eine Rückkehr zur Kohleverbrennung sei kurzsichtig und dumm. »Der Klimawandel trifft alle, die ärmsten Länder schon heute«, mahnte der Theologe.

Kritisch bewertet Buß auch die europäische Flüchtlingspolitik. Die Genfer Flüchtlingskonvention und andere Regelungen seien faktisch außer Kraft gesetzt durch das Abkommen mit der Türkei, kritisiert der frühere Vorsitzende der Kommission für Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Der europäische Kontinent müsse sich als Zuwanderungsregion begreifen. »Er braucht Migration bei alternder Bevölkerung.« Auch deshalb müssten Menschen auf legalem Weg nach Europa kommen können. Es sei wohltuend, dass katholische und evangelische Kirche beim Thema Flüchtlingspolitik mit einer Stimme sprächen, so Buß.

Biographisches

Alfred Buß war von 2004 bis 2012 Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen. Er ist Sprecher der Sendung »Das Wort zum Sonntag« (ARD) und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen. Zudem ist der Theologe Beiratsvorsitzender des Martin-Luther-Forums Ruhr.  In der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) leitete Buß, der seit 2009 die Ehrendoktorwürde der Universität Münster trägt, von 2004 bis 2009 die Kommission für Migration und Integration. Als ein führender Repräsentant der bundesweiten Klima-Allianz machte er sich in seiner Amtszeit zudem für den Atomausstieg und erneuerbare Energien stark.

Der aus Ostfriesland stammende Buß studierte Theologie in Bethel und Tübingen. Nach einer Zeit als Studienleiter war er Pfarrer und Superintendent in Unna am östlichen Rand des Ruhrgebiets, wo er jetzt wieder wohnt. Buß ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern. (Mit Material von epd)

Zurück